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BlackRock, Binance, Ripple, Solana und Adam Back teilen ihren Krypto-Ausblick für 2026: Tokenisierung und DeFi im Fokus

BlackRock, Binance, Ripple, Solana und Adam Back teilen ihren Krypto-Ausblick für 2026: Tokenisierung und DeFi im Fokus

Führende Führungskräfte von BlackRock, Binance, Ripple, Solana und der Bitcoin-Pionier Adam Back haben diese Woche ihre Visionen für Kryptowährungen im Jahr 2026 dargelegt, wobei sich ein klarer Konsens um die Tokenisierung realer Vermögenswerte und die nächste Welle dezentraler Finanzen bildet. In separaten Foren zeichneten die Teilnehmer das Bild einer Branche, die sich vom spekulativen Handel hin zu einer institutionellen Infrastruktur wandelt – ein Übergang, der den Markt für den Rest des Jahrzehnts prägen könnte.

Tokenisierung rückt ins Zentrum

Die Führung von BlackRock bezeichnete die Tokenisierung als den derzeit wichtigsten Trend im Bereich digitaler Vermögenswerte. Das Unternehmen, das über 10 Billionen US-Dollar an Vermögenswerten verwaltet, drängt verstärkt auf On-Chain-Fonds und erwartet eine Beschleunigung dieses Trends, wenn die traditionelle Finanzwelt sich für die Blockchain-Abrechnung erwärmt. Adam Back, CEO von Blockstream, pflichtete dem bei und nannte die Tokenisierung den logischen Endpunkt einer Technologie, die entwickelt wurde, um Vertrauen zu digitalisieren. Beide argumentierten, dass der wahre Wert nicht in der Schaffung neuer Coins liegt, sondern in der Übertragung bestehender Vermögenswerte – Anleihen, Immobilien, Rohstoffe – auf verteilte Ledger.

Changpeng Zhao von Binance – allgemein bekannt als CZ – nahm einen etwas anderen Blickwinkel ein und betonte, dass Tokenisierung nur funktioniert, wenn die zugrunde liegenden Blockchains das Volumen bewältigen können. Er verwies auf das eigene Ökosystem von Binance als Beleg dafür, dass Hochdurchsatz-Blockchains Millionen von tokenisierten Vermögenswerten unterstützen können, ohne ins Stocken zu geraten. Die Führung von Solana argumentierte indes, dass die Geschwindigkeit und die geringen Kosten ihres Netzwerks es zum natürlichen Zuhause für institutionelle Tokenisierung machen, und wies darauf hin, dass mehrere große Banken bereits Solana-basierte Produkte in privaten Sandboxen testen.

Die nächste Phase von DeFi

Die Führungskräfte von Ripple argumentierten, dass dezentrale Finanzen sich über die reine Yield-Farming-Ära hinaus in etwas Nachhaltigeres entwickeln. Sie beschrieben ein DeFi 2.0, bei dem reale Kreditmärkte, Versicherungen und Supply-Chain-Finanzierung auf offenen Protokollen aufgebaut werden – jedoch mit regulatorischen Leitplanken. Die Botschaft: Erwarten Sie keine Rückkehr zum Wilden Westen von 2020. Stattdessen sollten Sie nach DeFi-Protokollen Ausschau halten, die mit lizenzierten Banken zusammenarbeiten und lokale Vorschriften einhalten.

Das Team von Solana widersprach der Ansicht, dass DeFi nur für Privatanleger gedacht sei. Sie hoben jüngste Integrationen mit traditionellen Brokerhäusern hervor, die es Nutzern ermöglichen, gegen tokenisierte Aktien und ETFs zu leihen und zu verleihen. Für sie liegt der Gewinn von DeFi genau darin – nicht darin, die Wall Street zu ersetzen, sondern sich in sie einzuklinken.

Institutionelle Adoption beschleunigt sich

Alle Führungskräfte am Tisch waren sich einig, dass die regulatorische Klarheit in wichtigen Jurisdiktionen – insbesondere in den USA und Europa – im Jahr 2025 die Schleusen geöffnet hat. BlackRock gab bekannt, dass seine Digital-Asset-Sparte in diesem Jahr die Mitarbeiterzahl verdoppelt hat. Binances CZ sagte, die Börse wickele mittlerweile mehr Volumen von institutionellen Kunden ab als von Privatanlegern – eine Umkehrung der Verhältnisse von vor zwei Jahren.

Adam Back schlug vorsichtigere Töne an und warnte, dass die Infrastruktur noch hinter den Ambitionen zurückbleibe. Verwahrlösungen, Versicherungen und Prüfstandards für tokenisierte Vermögenswerte seien noch nicht ausgereift. Solange das nicht der Fall sei, bleibe das große Geld an der Seitenlinie. Die Richtung sei jedoch unverkennbar, fügte er hinzu.

Die Führungskräfte legten keine konkreten Zeitpläne vor, aber der Subtext war klar: In der zweiten Jahreshälfte 2026 wird eine Welle von tokenisierten Anleiheemissionen und DeFi-Kreditprodukten für Unternehmen erwartet. BlackRock wird voraussichtlich noch vor Quartalsende einen Spot-ETF auf tokenisierte Vermögenswerte beantragen. Wenn das durchkommt, kann der Rest der Branche folgen. Die Frage ist nun nicht mehr, ob die Tokenisierung kommt – sondern welche Blockchain und welches Regelwerk sich durchsetzen wird.