Am 5. Juni wurde auf Polymarket ein Prognosemarkt gestartet, der fragt, ob die kürzlich offengelegte Schwachstelle im Orchard-Pool von Zcash tatsächlich im Mainnet ausgenutzt wurde. Der Markt zeigt eine 10%ige Wahrscheinlichkeit für eine Bestätigung, mit einem Volumen von 14.306 $ zum Zeitpunkt der Drucklegung. Die Frage folgt auf eine Offenlegung vom 4. Juni über den Orchard-Pool, eine Datenschutzfunktion von Zcash, und hat die Aufmerksamkeit von Krypto-Juristen und Analysten auf sich gezogen.
Die Polymarket-Wette
Der Markt legt fest, dass die Bestätigung von Shielded Labs, der Zcash Foundation oder dem Zcash Open Development Lab (ZODL) oder durch überwältigenden Konsens glaubwürdiger Berichterstattung erfolgen muss. Neue oder separate Exploits, die nach dem Fix auftreten, sind ausgeschlossen. Bei einem ZEC-Kurs von 425 $ gibt der Markt eine geringe Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Schwachstelle vor der Behebung ausgenutzt wurde.
Was die On-Chain-Daten zeigen
Das On-Chain-Analysekonto CipherScan berichtete, dass 380.000 ZEC nach der Offenlegung aus den abgeschirmten Adressen abgezogen wurden. Aber nur die Hälfte davon wurde tatsächlich bewegt; 45 % blieben auf transparenten Adressen liegen, und nur 21 % (82.000 ZEC) verließen das Zcash-Netzwerk vollständig. Das entspricht 1,6 % des abgeschirmten Pools und 0,5 % des gesamten Angebots. Davon gingen 47.000 ZEC an Börsen, was von CipherScan als 'der totale Verkaufsdruck der Orchard-Inhaber' beschrieben wird, gleich 0,28 % des Angebots bei einer gemeldeten Marktkapitalisierung von 6,7 Milliarden $.
Interessanterweise wurden im gleichen Zeitraum etwa 118.000 ZEC abgeschirmt – das bedeutet, dass einige Nutzer trotz der Sicherheitsbedenken in abgeschirmte Salden gewechselt sind. Das deutet darauf hin, dass nicht alle in Panik gerieten.
Warum der Orchard-Pool wie ein Prognosemarkt ist
Craig Salm, Chief Legal Officer von Grayscale, schlug vor, dass der Orchard-Pool selbst als besserer 'Prognosemarkt' fungiert als Polymarket, da seine Nutzer einen direkten finanziellen Anreiz haben, das Exploit-Risiko zu bewerten. Er wies darauf hin, dass die Orchard-Pool-Salden seit der Offenlegung der Schwachstelle nur um etwa 5 % zurückgegangen sind. 'Das ist kein Beweis', sagte Salm, 'aber es ist ein interessantes Signal von wirtschaftlich motivierten Nutzern.'
Die Idee: Wenn die Inhaber wirklich glaubten, dass der Pool kompromittiert sei, hätten sie ihre Gelder schneller abgezogen. Stattdessen deutet der moderate Abfluss – zusammen mit den 118.000 ZEC, die wieder hineingeflossen sind – auf ein geteiltes Urteil unter den tatsächlichen Nutzern hin.
Was auf dem Spiel steht
Für die Wetten auf Polymarket kommt es darauf an, ob eine der drei benannten Einrichtungen ausdrücklich sagen wird, dass der Exploit im Mainnet stattgefunden hat. Die Daten des Krypto-Beobachters CipherScan beweisen es weder in die eine noch in die andere Richtung. Der Markt impliziert unterdessen, dass die Menge nur eine 1-zu-10-Chance auf einen bestätigten Exploit sieht. Bislang liegt keine offizielle Bestätigung von Shielded Labs, der Zcash Foundation oder ZODL vor – die Wette bleibt ungelöst.




