Die US-Regierung vergibt Zuschüsse in Höhe von 2 Milliarden Dollar an neun Quantencomputing-Unternehmen – und erhält im Gegenzug Beteiligungen. IBM wird voraussichtlich den größten Anteil erhalten, etwa 1 Milliarde Dollar, während GlobalFoundries 375 Millionen Dollar bekommt. Mit dieser Entscheidung setzt Washington voll auf eine Technologie, die eines Tages die kryptografischen Grundlagen von Bitcoin und anderen Blockchains untergraben könnte.
Eine 2-Milliarden-Dollar-Wette auf Quantencomputing
Die Zuschüsse werden gewährt, während der eigene Bitcoin-Reserve-Plan der Regierung ins Stocken geraten ist. Eine Strategische Bitcoin-Reserve wurde bereits vor Monaten mit beschlagnahmten Tokens angekündigt, doch seitdem ist nichts passiert. Abgeordneter Nick Begich stellte den American Reserve Modernization Act (ARMA) vor, um sie offiziell einzurichten, doch das Gesetz hat bisher keine Fortschritte gemacht.
Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments, wies auf die Ironie hin: Die USA haben noch nie tatsächlich Bitcoin gekauft, investieren aber nun Milliarden in Quantencomputing-Aktien.
Wer das Geld erhält
Zusätzlich zu IBM und GlobalFoundries sind D-Wave Quantum, Rigetti Computing und Infleqtion auf der Liste. Das sind fünf der neun Unternehmen – die restlichen wurden nicht genannt. Die Zuschüsse sind an Auflagen geknüpft: Die Regierung erhält Beteiligungen, was bedeutet, dass die Steuerzahler einen Anteil an diesen Unternehmen besitzen werden.
Für IBM sind die 1 Milliarde Dollar ein starkes Vertrauenssignal. Das Unternehmen verfolgt seinen Quantencomputing-Roadmap konsequent und strebt an, bis Ende 2027 eine Maschine mit 1.000 Qubits zu entwickeln. GlobalFoundries, ein Chip-Hersteller, wird seine 375 Millionen Dollar nutzen, um quantencomputing-spezifische Fertigungslinien aufzubauen.
Kryptowährungsrelevanz
Quantencomputing soll Probleme lösen können, die klassische Computer nicht bewältigen – darunter das Brechen der kryptografischen Systeme, die blockchainbasierte Kryptowährungen schützen. Dieses langfristige Risiko wird nun jedoch mit echten Mitteln finanziert.
Der Bitcoin-Preis scheint sich davon nicht beeindrucken zu lassen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt er bei etwa 77.700 Dollar, ein Rückgang von 4,6 % in den letzten sieben Tagen. Dies hängt mehr mit makroökonomischen Unsicherheiten als mit Quantenangst zusammen – doch der Widerspruch zwischen den Investitionsschwerpunkten Washingtons und seiner Kryptopolitik wird zunehmend offensichtlicher.
Der ARMA-Entwurf befindet sich noch im Ausschuss. Begich hat bisher keine Beratungstermine festgelegt. Gleichzeitig werden die Quantenzuschüsse bereits ausgezahlt. Die Regierung hat offensichtlich Geld für aufstrebende Technologien – nur nicht für Bitcoin. Ob sich das ändert, hängt davon ab, ob das Gesetz vor Sitzungsende zur Abstimmung kommt.


