Die USA haben nach Angaben von Finanzminister Scott Bessent am Freitag rund 1 Milliarde Dollar an iranischen digitalen Vermögenswerten beschlagnahmt. Die Beschlagnahmung ist Teil der 'Operation Economic Fury', einer im März 2025 gestarteten Kampagne, die sich gegen iranische Bankkonten, Immobilien und Kryptowährungen richtet. Diese Summe von 1 Milliarde Dollar ist etwa doppelt so hoch wie die 500 Millionen Dollar, die das Finanzministerium Ende April bekannt gab, und weit mehr als die 344 Millionen Dollar, die Anfang des Monats gemeldet wurden.
Ausweitung des Umfangs von Operation Economic Fury
Bessent legte die Begründung in deutlichen Worten dar. Die Inflation im Iran liege wahrscheinlich bei über 200 %, sagte er. Es würden Essensgutscheine verteilt, das Internet sei abgeschaltet und 40–50 % der iranischen Truppen erhielten keinen Sold. Vor dem Eingreifen der USA habe der Iran monatlich 400–500 Millionen Dollar aus verschiedenen Quellen bezogen und diese auf rund 80 Führungspersonen verteilt. Dieser Fluss sei unterbrochen worden, so Bessent.
Die Beschlagnahmungen sind Teil einer umfassenderen militärischen und finanziellen Kampagne. Die USA und Israel führen seit etwa fünfeinhalb bis sechs Wochen Operationen gegen den Iran durch, wie bekannt gegeben wurde.
Zerrissene Führung des Irans erschwert Verhandlungen
Verhandlungen mit dem Iran werden durch eine zerrissene Führungsstruktur erschwert. Dies ist eine Folge von Angriffen der USA und Israels auf hochrangige Regimevertreter. Da die Geldquellen abgeschnitten und wichtige Führungspersonen getroffen wurden, ist unklar, wer überhaupt die Autorität hat zu verhandeln – oder ob sie das überhaupt wollen.
Das Timing ist für Teheran nicht günstig. Die jüngste Beschlagnahmungsankündigung des Finanzministeriums kommt zu einer Zeit, in der die iranische Wirtschaft stark unter Druck steht. Aber das Regime sitzt nicht untätig da.
Irans Bitcoin-Versicherungswagnis
Der Iran prüft eine Plattform namens 'Hormuz Safe', um digitale Schiffsversicherungen zu verkaufen, die in Bitcoin bezahlt werden, für Schiffe, die die Straße von Hormus passieren. Die Idee: Einnahmen von über 10 Milliarden Dollar generieren, indem Versicherungsschutz für Schiffe auf einer der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt angeboten wird.
Es ist ein cleverer Umweg. Traditionelle Versicherungsmärkte sind aufgrund von Sanktionen tabu. Durch die Nutzung von Bitcoin könnte der Iran das auf Dollar basierende Finanzsystem vollständig umgehen. Ob die Plattform tatsächlich startet – und ob Käufer ihr vertrauen – ist eine offene Frage.
Die USA haben klargestellt, dass sie die Lage beobachten. Die Beschlagnahmung von 1 Milliarde Dollar ist ein Signal, dass 'Operation Economic Fury' nicht nachlässt. Die nächste Frage ist, ob 'Hormuz Safe' jemals mehr als ein Vorschlag bleibt.




