XRP-Exchange-Traded-Funds haben seit ihrer Einführung im November 2025 1,39 Milliarden Dollar eingesammelt und damit Solana-ETFs knapp übertroffen, die im gleichen Zeitraum 1,12 Milliarden Dollar verzeichneten. Der Abstand vergrößerte sich im April 2026, als XRP-ETFs Nettozuflüsse von 81,6 Millionen Dollar verzeichneten – mehr als das Doppelte von Solanas 38,69 Millionen Dollar. Die Mai-Zahlen erzählen jedoch eine etwas andere Geschichte: Solana erholte sich auf 99 Millionen Dollar über 19 Handelstage und lag damit knapp vor XRP mit 95 Millionen Dollar.
Warum XRP-ETFs Solana überholen
Marktanalyst Sam Daodu sieht im CLARITY Act den Hauptgrund für die stabileren institutionellen Zuflüsse bei XRP. Das Gesetz würde Regeln festlegen, wie Banken und Fonds XRP behandeln können – einschließlich Verwahrung, Besicherung und Bilanzexposition. Diese regulatorische Sicherheit, so Daodu, öffne Türen, die reine technische Verbesserungen nicht erreichen. JPMorgan prognostiziert, dass XRP-ETFs bei Verabschiedung des CLARITY Act weitere 4 bis 8 Milliarden Dollar an Zuflüssen erhalten könnten.
Solanas größtes Verkaufsargument ist das Alpenglow-Netzwerk-Upgrade, das die Transaktionsendgültigkeit auf unter 150 Millisekunden senken soll. Geschwindigkeit ist wichtig, aber Daodu meint, dass reine Durchsatzverbesserungen allein nicht die gleiche Kategorie institutionellen Kapitals erschließen wie ein klarer rechtlicher Rahmen.
Solanas frühe Dynamik lässt nach
Solana-ETFs starteten im Oktober 2025 und bauten schnell Dynamik auf. Die monatlichen Zuflüsse erreichten im November 2025 419 Millionen Dollar. Bis April 2026 waren sie auf 38,69 Millionen Dollar gesunken – ein Rückgang um 91 %. XRP-ETFs hingegen hielten ein gleichmäßigeres Tempo. Sie verzeichneten Anfang Dezember 2025 eine 13-tägige Serie positiver Zuflüsse mit 618,59 Millionen Dollar und später eine 14-tägige Zuflussserie, die bis in den April reichte.
Die Umkehr im Mai – Solanas 99 Millionen Dollar gegenüber XRPs 95 Millionen Dollar – deutet darauf hin, dass einige Händler wieder in SOL umschichten. Der Vier-Monats-Trend spricht jedoch weiterhin für XRP, das bis April kumulierte Zuflüsse von rund 124 Millionen Dollar im laufenden Jahr verzeichnete, verglichen mit Solanas sinkenden monatlichen Gesamtwerten.
Kursentwicklung hinkt Zuflüssen hinterher
Trotz der stärkeren ETF-Zuflüsse haben beide Token in dieser Woche an Boden verloren. XRP notierte bei 1,37 Dollar, ein Minus von 3,8 % in den letzten sieben Tagen. SOL fiel stärker um 6 % auf 86 Dollar. Die Diskrepanz zwischen Fonds-Zuflüssen und Kassakursen deutet auf breitere Marktgegenwinde oder Gewinnmitnahmen hin, aber die ETF-Daten zeigen, dass die institutionelle Nachfrage nach beiden Vermögenswerten weiterhin besteht – insbesondere nach XRP, falls der CLARITY Act vorankommt.
Das Schicksal des Gesetzes ist noch ungewiss. Bis die Gesetzgeber entscheiden, könnte sich die Kluft bei den Zuflüssen vergrößern oder verkleinern, je nachdem, welcher Katalysator – regulatorische Klarheit oder reine Geschwindigkeit – die nächste Welle institutioneller Anleger für sich gewinnt.




