XRP-Spot-ETF-Produkte haben im Mai 131,94 Millionen Dollar angezogen – ihr bester Monat im Jahr 2026, so SoSoValue. Die Zuflüsse stehen in scharfem Kontrast zum Rest des Marktes: Bitcoin-ETFs verloren im gleichen Zeitraum 2,43 Milliarden Dollar, und Ethereum-Fonds verbuchten Abflüsse von 540,88 Millionen Dollar. Seit dem Start verzeichneten XRP-ETFs nur einen negativen Monat – einen Abfluss von 31,16 Millionen Dollar im März.
Zuflüsse heben sich ab
Die Mai-Summe ist kein Einzelfall. Anfang Juni flossen weitere 4,13 Millionen Dollar in XRP-ETFs, obwohl der Token-Kurs fiel. Diese Widerstandsfähigkeit deutet darauf hin, dass das institutionelle Interesse trotz des breiteren Krypto-Abschwungs nicht nachgelassen hat. Bitcoin-ETFs hingegen bluten seit dem Frühjahr. Ethereum-Fonds geht es kaum besser.
Liquidität erreicht Tiefstand
Am 26. Mai meldete CryptoQuant, dass die XRP-Liquidität auf Binance auf den niedrigsten Stand seit Januar 2020 gefallen sei. Dieses dünne Orderbuch bedeutet, dass große Trades den Markt leichter bewegen können – ein zweischneidiges Schwert für Händler. Analyst ArabxChain merkte an, dass die niedrige Liquidität den Markt anfälliger für plötzliche Kursbewegungen machen könnte.
Halter kaufen bei fallenden Kursen zu
Langfristige XRP-Halter scheinen vom Kursrückgang unbeeindruckt. Die Netto-Positionsänderung der Hodler stieg am 2. Juni auf etwa 264,67 Millionen XRP, gegenüber rund 216,56 Millionen am 31. Mai – ein Anstieg von 22 % innerhalb weniger Tage. Diese Akkumulation in Schwächephasen signalisiert Überzeugung, nicht Panik. Gleichzeitig stieg das Verkaufsvolumen seit dem 30. Mai, was darauf hindeutet, dass Privatanleger möglicherweise abgestoßen haben.
Wichtige Kursmarken im Blick
XRP fiel Anfang 2026 um rund 53 %, bewegte sich dann seit Anfang Februar in einem steigenden parallelen Kanal. Der jüngste Ausverkauf testete die Kanaluntergrenze: XRP fiel auf 1,18 Dollar, bevor es auf rund 1,21 Dollar zurücksprang und sich damit besser hielt als Bitcoin und Ethereum. Der bullische Pfad erfordert, dass der Kurs über 1,20 Dollar bleibt und die Marken von 1,28 und 1,35 Dollar zurückerobert – letztere deckt sich mit dem 0,618-Fibonacci-Niveau und deutet auf eine mögliche Erholung von 12,5 % hin. Wird die Untergrenze bei 1,18 Dollar durchbrochen, liegen die nächsten Unterstützungen bei 1,11 und dann bei 0,95 Dollar. Ein bärischer Auslöser wäre, wenn die ETF-Zuflüsse versiegen und die Halter zu Verkäufern werden, während Bitcoin den Markt weiter nach unten zieht.




