Ein Tanker ist nach Angaben iranischer Beamter in der Straße von Hormus auf eine Seemine geprallt und explodiert. Die am Dienstag gemeldete Explosion ließ eine Rauchwolke über eine der wichtigsten Ölschifffahrtsrouten der Welt aufsteigen.
Minentreffer in wichtiger Schifffahrtsroute
Die staatliche Nachrichtenagentur Irans berichtete, das Schiff sei beim Durchqueren der Meerenge, einer schmalen Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, auf die Mine getroffen. Die Explosion war so heftig, dass sie von nahegelegenen Küstengebieten aus zu sehen war. Zunächst wurden keine Angaben zur Flagge, zum Eigentümer oder zur Besatzung des Tankers gemacht. Auch die Herkunft der Mine blieb unbestätigt.
Täglich passieren etwa 20 % des weltweiten Öls die Straße von Hormus. Jede Störung dort lässt die Energiemärkte üblicherweise beben. Dieser Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund erhöhter militärischer Aktivitäten in der Region, bei der sich Iran und seine Gegner gegenseitig regelmäßig beschuldigen, die Schifffahrt zu gefährden.
Irans Darstellung und regionale Reaktionen
Iran meldete die Explosion, gab jedoch keine Schuldzuweisungen. Das Außenministerium des Landes erklärte, man ermittle. Nachbarstaaten haben sich bisher nicht öffentlich geäußert. Die Fünfte Flotte der US-Marine mit Sitz in Bahrain teilte mit, sie sei über die Berichte informiert, habe aber keine weiteren Informationen.
Die Explosion reiht sich ein in ein Muster von Vorfällen auf See in der Meerenge in den letzten Jahren, darunter Tankerbeschlagnahmungen und mutmaßliche Angriffe. Jedes Mal steigen die Spannungen und die Versicherungsprämien für Schiffe, die das Gebiet durchqueren.
Ölpreise und Versorgungssorgen
Die Brent-Rohöl-Futures stiegen im frühen Handel nach den Nachrichten, was die Nervosität der Märkte widerspiegelt. Händler beobachten genau, ob es Anzeichen für eine umfassendere Sperrung oder weitere Angriffe gibt. Die Meerenge ist ein Nadelöhr für Rohöl aus Saudi-Arabien, Irak, Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Sollte die Schifffahrt durch die Straße unterbrochen werden, sind alternative Routen begrenzt und teuer. Das könnte die Treibstoffpreise für Verbraucher weltweit in die Höhe treiben. Die Internationale Energieagentur hat erklärt, sie sei bereit, bei Bedarf Notölreserven freizugeben, doch eine solche Maßnahme wurde bisher nicht angekündigt.
Das genaue Ausmaß der Schäden am Tanker und mögliche Opfer sind noch unklar. Ermittler werden voraussichtlich das Wrack untersuchen, um den Typ und die Herkunft der Mine zu bestimmen. Vorerst bleibt die Straße von Hormus geöffnet, doch die Explosion hat alle in Alarmbereitschaft versetzt.




