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London Stock Exchange plant Einführung eines nächtlichen Handelsplatzes bis Anfang 2027 – mit Verweis auf Krypto-Konkurrenz

London Stock Exchange plant Einführung eines nächtlichen Handelsplatzes bis Anfang 2027 – mit Verweis auf Krypto-Konkurrenz

Die London Stock Exchange plant, in der ersten Jahreshälfte 2027 einen separaten nächtlichen Handelsplatz zu eröffnen. Dieser Schritt soll den Marktzugang für Anleger erweitern und ist teilweise durch den Wettbewerb mit Kryptowährungsmärkten motiviert, die nie schließen.

Warum nachts?

Traditionelle Börsen haben lange nach einem festen Zeitplan gearbeitet – typischerweise von 8:00 bis 16:30 Uhr Ortszeit. Doch Kryptomärkte handeln rund um die Uhr, was Liquidität und Aufmerksamkeit von den regulären Handelszeiten abzieht. Der neue Handelsplatz der LSE soll institutionellen Anlegern ermöglichen, auch nachts zu handeln und damit die Flexibilität zu bieten, die Digital-Asset-Händler bereits genießen.

Wie der Handelsplatz aussehen wird

Die Börse plant, den Nachtmarkt als separate Einheit zu betreiben, nicht als Erweiterung ihres Hauptmarktes. Das bedeutet separate Regeln, separate Abwicklung und wahrscheinlich eine andere Teilnehmergruppe. Ziel ist es, eine regulierte Umgebung für den außerbörslichen Handel zu schaffen – etwas, das die USA mit Plattformen wie Blue Ocean haben, aber Europa weitgehend fehlt.

Konkurrenz durch Kryptowährungen

Dies ist nicht das erste Mal, dass eine traditionelle Börse den Druck durch Kryptowährungen zu spüren bekommt. Die LSE selbst hat sich bereits mit digitalen Assets befasst, darunter eine Partnerschaft mit GlobalX im Jahr 2023 zur Listung von Krypto-ETFs. Der Nachtmarkt ist jedoch eine direkte Anerkennung, dass das 9-bis-17-Uhr-Modell an Relevanz verliert. „Wir reagieren auf das, was der Markt will“, erklärte die LSE in einer Stellungnahme – allerdings ist dies das einzige verfügbare Zitat.

Die LSE plant, in den kommenden Monaten weitere Details bekannt zu geben, darunter welche Wertpapiere verfügbar sein werden und wie die Abwicklung funktioniert. Der Handelsplatz soll bis Ende des ersten Halbjahres 2027 in Betrieb gehen. Derzeit konzentriert sich die Börse darauf, die behördliche Genehmigung der FCA zu erhalten – und die Händler davon zu überzeugen, dass eine regulierte Nachtschicht besser ist als der Wilde Westen der Kryptowährungen.