Der ehemalige Präsident Donald Trump hat diese Woche eine erneute Warnung an den Iran ausgesprochen und damit die Befürchtung vor Versorgungsunterbrechungen in der weltweit wichtigsten Ölförderregion neu entfacht. Dieser Schritt hat bereits die Erwartungen für West Texas Intermediate-Rohöl in die Höhe getrieben, und Händler bereiten sich auf weitere Volatilität vor.
Was Trump sagte
In einer am Montag veröffentlichten Erklärung erklärte Trump, die USA würden den Iran für jegliche Angriffe auf amerikanische Vermögenswerte oder Verbündete im Nahen Osten verantwortlich machen. Er nannte keine konkrete militärische Reaktion, schloss sie aber auch nicht aus. Die Botschaft war klar: Die USA beobachten die Lage und sind bereit zu handeln.
Der Iran hat sich bisher nicht öffentlich geäußert. Doch die Region braucht nicht viel, um ins Chaos zu kippen. Die Straße von Hormus, eine schmale Wasserstraße, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird, ist seit Jahren ein Brennpunkt. Jede Unterbrechung dort schickt Schockwellen durch die globalen Märkte.
Ölhändler werden aufmerksam
Die Terminkontrakte für West Texas Intermediate-Rohöl stiegen am Dienstag im frühen Handel um 2,3 %, wobei Analysten direkt auf Trumps Äußerungen verwiesen. Der Referenzpreis liegt nun bei etwa 78 Dollar pro Barrel, gegenüber 74 Dollar vor einer Woche.
Der Sprung ist noch nicht riesig – noch nicht. Doch Händler sagen, die Risikoprämie steige. Jede neue Drohung, jedes Militärmanöver, jeder diplomatische Streit fügt dem Barrel ein paar Cent hinzu. Multipliziert man das über Millionen Barrel pro Tag, ergibt sich echtes Geld. Echter Inflationsdruck.
Die geopolitischen Spannungen brodeln seit Monaten. Das iranische Atomprogramm, seine Unterstützung für Stellvertretergruppen und der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen von 2015 haben die Region in Alarmbereitschaft versetzt. Trumps jüngste Warnung hat die Hitze nur noch erhöht.
Was höhere Ölpreise für die Weltwirtschaft bedeuten
Öl ist nicht nur Benzin. Es ist Kunststoff, Schifffahrt, Düngemittel und die gesamte Logistikkette. Wenn der Rohölpreis steigt, wird alles teurer. Zentralbanken, die gegen die Inflation kämpfen, brauchen diese Kopfschmerzen nicht.
Die Internationale Energieagentur hat gewarnt, dass anhaltende Preise über 90 Dollar die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen könnten. So weit sind wir noch nicht, aber die Entwicklung ist nicht beruhigend. Sollte die Straße von Hormus tatsächlich geschlossen werden, auch nur kurzzeitig, wird Öl zu 100 Dollar zu einer realen Möglichkeit.
Der Markt beobachtet vorerst den nächsten Schritt. Der Iran könnte die Warnung ignorieren, sie testen oder mit einer eigenen Drohung reagieren. Das Weiße Haus hat sich nicht geäußert. Die Federal Reserve wägt ihre nächste Zinsentscheidung ab. Und die Ölproduzenten am Golf machen sich wohl Gedanken über Notfallpläne.
Eines ist sicher: Die Volatilität wird nicht über Nacht verschwinden. Händler werden den Persischen Golf im Auge behalten, und die Preise werden bei jeder Schlagzeile weiter zucken.




