Bitcoin fiel am Mittwoch auf 66.000 US-Dollar, nachdem Berichten zufolge der Iran Raketen und Drohnen in Richtung Kuwait und Bahrain abgefeuert hatte, was die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten verschärfte. Der Rückgang erfolgte, während US-Spot-Bitcoin-ETFs wöchentliche Abflüsse von 1,67 Milliarden US-Dollar verzeichneten, wobei die Gesamtabflüsse in den vergangenen Wochen mehr als 4 Milliarden US-Dollar überstiegen. Präsident Trump wies Berichte zurück, wonach die USA und der Iran die Kommunikation eingestellt hätten, und bezeichnete sie als 'Fake News', doch die Marktreaktion war unmittelbar.
Geopolitischer Schock trifft Krypto
Der Verkauf setzte ein, nachdem die Nachricht von den iranischen Angriffen bekannt wurde. Bitcoin, der zuvor in dieser Woche bei rund 72.000 US-Dollar gehandelt wurde, fiel stark, während Händler riskante Assets verließen. Die Abverkäufe waren breit angelegt – Altcoins gerieten ebenfalls unter Druck, wenngleich die prozentuale Entwicklung je nach Asset variierte. Tramps Dementi bezüglich des Kommunikationsabbruchs konnte den Verkauf nicht stoppen. Der Markt kalkuliert nun eine höhere Risikoprämie ein, während Händler auf mögliche weitere Eskalationen in der Region achten.
ETF-Abflüsse beschleunigen sich
Der wöchentliche Abfluss von 1,67 Milliarden US-Dollar aus US-Spot-Bitcoin-ETFs ist der höchste seit dem Start der Produkte. In den vergangenen Wochen haben die kumulativen Abflüsse die 4-Milliarden-US-Dollar-Marke überschritten. Das entspricht einer erheblichen Menge institutioneller Mittel, die gleichzeitig den Markt verlassen. Der Zeitpunkt ist ungünstig – die geopolitischen Unruhen verstärken eine bereits vorsichtige Stimmung. Einige Analysten hatten gewarnt, dass die ETF-Flüsse sich verlangsamten, doch das aktuelle Tempo ist steiler als von den meisten erwartet.
Zwei sehr unterschiedliche Prognosen
Peter Schiff, ein langjähriger Bitcoin-Kritiker, prognostizierte, dass der Verkauf Bitcoin unter 50.000 US-Dollar und sogar unter 20.000 US-Dollar drücken könnte. Auf der anderen Seite bezeichnete Coinbase-CEO Brian Armstrong den Verkauf als vorübergehend und prognostizierte, dass Bitcoin bis 2030 1.000.000 US-Dollar erreichen könnte. Er empfahl eine Portfolio-Allokation von mindestens 5 %. Zwei diametral entgegengesetzte Sichtweisen, doch der Markt tendiert aktuell stärker zur bärischen Narration Schiffs – zumindest kurzfristig.
Stablecoins und Bargeld am Rande
Während des Verkaufs stieg die Nachfrage nach Stablecoins stark an, da Krypto-Investoren Schutz innerhalb des Ökosystems suchten, anstatt in Fiatwährungen auszusteigen. Die Volumina von Tether und USDC stiegen sprunghaft. Gleichzeitig gab Warren Buffett an, dass er über einen großen Bargeldbestand verfügt und verglich die Märkte mit einer Kasinoumgebung. Dieses Geld fließt derzeit nicht in Kryptowährungen, doch die Stablecoin-Aktivität deutet darauf hin, dass viele Händler auf einen Tiefpunkt warten, bevor sie wieder einsteigen.
Die kommenden Tage werden entscheidend sein. Der Markt wird auf diplomatische Schritte im Nahen Osten achten sowie darauf, ob die ETF-Abflüsse nachlassen oder sich umkehren. Bislang gilt 66.000 US-Dollar als entscheidende Unterstützung – sollte diese Marke brechen, könnte der Bereich um 60.000 US-Dollar schnell getestet werden.




