Die südkoreanische Polizei hat Lee Jae-won, den Geschäftsführer der Kryptowährungsbörse Bithumb, offiziell als Verdächtigen in einem Bestechungsermittlungsverfahren benannt. Die Vorwürfe drehen sich um die Einstellung von Verwandten eines Abgeordneten, wie die Behörden am Dienstag mitteilten.
Der Vorwurf
Laut Polizei geht es bei dem Bestechungsvorwurf darum, dass Lee Verwandten eines Abgeordneten Arbeitsplätze verschafft haben soll. Der genannte Abgeordnete und der Zeitpunkt der Einstellungen wurden nicht öffentlich gemacht. Die Ermittler prüfen, ob die Arbeitsplätze im Austausch für eine bevorzugte Behandlung oder andere Vorteile angeboten wurden.
Vormerkung als Verdächtiger
In Südkorea bedeutet die Vormerkung als Verdächtiger, dass eine Person formell unter Untersuchung steht, aber nicht unbedingt verhaftet ist. Dieser Schritt erlaubt es der Polizei, Lee zu verhören und Beweise zu sammeln. Er geht nicht mit einer sofortigen Schuldvermutung einher. Die Staatsanwaltschaft wird später entscheiden, ob ein Haftbefehl beantragt wird.
Rechtliche Lage von Bithumb
Bithumb ist eine der größten Kryptowährungsbörsen des Landes. Der Fall ist das jüngste juristische Problem für die Führungsspitze. Lee hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Die Polizei erklärte, die Ermittlungen liefen noch, und lehnte eine Stellungnahme dazu ab, ob weitere Verdächtige benannt werden könnten.
Die Börse selbst wurde nicht angeklagt, und es bleibt unklar, ob das Unternehmen direkt haftbar gemacht werden kann. Die südkoreanischen Aufsichtsbehörden verschärfen die Kontrolle von Plattformen für digitale Vermögenswerte, doch der Bestechungsfall scheint ein separates Strafverfahren zu sein.
Derzeit liegt der Fokus auf Lee und dem Vorwurf. Die Ermittler werden ihn voraussichtlich in den kommenden Tagen zur Vernehmung vorladen.




