Circle hat am 30. Mai einen mit Zamas Datenschutzprotokoll verbundenen Smart Contract gesperrt, wodurch etwa 12,6 Millionen US-Dollar in USDC eingefroren wurden. Dadurch können Inhaber von vertraulichen USDC (cUSDC)-Token diese nicht mehr gegen standardmäßige USDC einlösen. Dies ist der neueste Zündpunkt in der anhaltenden Spannung zwischen zentralisierten Stablecoin-Emittenten und dezentralen Datenschutzprojekten.
Was Circle getan hat
Circle unterhält eine integrierte Blacklist im USDC-Smart-Contract. Gesperrte Adressen können den Stablecoin weder senden noch empfangen. Der gesperrte Vertrag ist ein ERC-1967-Proxy, der USDC im Namen der cUSDC-Token-Inhaber hält. Circle hat die Entscheidung bisher öffentlich nicht erklärt. Frühere Sperrungen erfolgten aufgrund von Sanktionsanordnungen, gerichtlichen Anordnungen oder verdächtiger illegaler Aktivitäten.
Die Gelder und der Streit
Der On-Chain-Ermittler ZachXBT verfolgte die zugrundeliegenden Gelder zurück zu einer Wallet, die am 11. Mai 12,4 Millionen USDC in Zama eingezahlt hatte. Diese Wallet scheint zu Overnight Finance zu gehören. Overnight hat kürzlich eine Snapshot-Governance-Abstimmung zur Verteilung der Treasury-Gelder durchgeführt, nachdem Inhaber behaupteten, das Team bereite einen Rug Pull vor. Der Streit könnte die Sperrung ausgelöst haben. Unschuldige cUSDC-Inhaber könnten aufgrund vermischter Gelder zusammen mit der Zieladresse gesperrt werden.
Datenschutz versus zentrale Kontrolle
Zamas Protokoll nutzt vollhomomorphe Verschlüsselung (FHE), um Kontostände und Übertragungsbeträge zu verschleiern. Die Sperrung offenbart eine wiederkehrende Spannung: Circle behält die alleinige Befugnis, Gelder einzufrieren, trotz dezentraler Infrastruktur. Kritiker warnen seit Langem, dass zentralisierte Emittenten Engpässe schaffen. Die Debatte verschärfte sich, nachdem Circle Pläne für reversible USDC-Transaktionen ins Spiel brachte. Ähnliche Bedenken bestehen bezüglich Coinbases Fähigkeit, gestakedes Ethereum über seine Smart Contracts zu sperren.
Bisher kein Ausweg
Inhaber von cUSDC haben derzeit keinen klaren Weg, ihre Gelder zurückzuerhalten, solange die Sperrung besteht. Zama und Circle haben bisher keine öffentlichen Stellungnahmen abgegeben. Circle könnte die Maßnahme rückgängig machen oder eine Begründung liefern. Die Entscheidung wird voraussichtlich beeinflussen, wie Datenschutzprojekte die Nutzung zentral herausgegebener Stablecoins bewerten.




