James Lanigan, CEO der Kryptobörse Luno, warnte am Donnerstag, dass Südafrikas vorgeschlagene Kapitalverkehrsmanagement-Verordnung das Land durch die Einschränkung von Stablecoins wirtschaftlich stark benachteiligen könnte. Die noch im Entwurf befindlichen Regeln zielen darauf ab, die Kontrolle über grenzüberschreitende Kapitalbewegungen zu verschärfen, doch Lanigan argumentierte, dass sie riskieren, ein zentrales Element finanzieller Innovation zu ersticken.
Warum Stablecoins im Fokus stehen
Stablecoins sind digitale Token, die an einen stabilen Wert wie den US-Dollar oder Gold gekoppelt sind. Sie ermöglichen es, Werte schnell und günstig über Grenzen hinweg zu bewegen – ohne traditionelle Banküberweisungen und tagelange Wartezeiten. In Südafrika, wo der Rand stark schwanken kann, sind Stablecoins für Privatpersonen und Unternehmen zu einem beliebten Mittel geworden, um Ersparnisse zu schützen und internationale Zahlungen abzuwickeln. Die vorgeschlagenen Regeln würden beschränken, wie und wann Einwohner diese Token nutzen können, und sie faktisch wie Fremdwährungen mit strengen Kontrollen behandeln.
Eine Warnung aus dem Kryptosektor
Lanigan nahm kein Blatt vor den Mund. Er sagte, die Regulierung würde die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit „schwer schädigen“, indem sie ein Werkzeug abschneide, das südafrikanische Unternehmen mit den globalen Märkten verbindet. Seine Sorge ist praktischer Natur: Stablecoins verringern Reibungsverluste für Importeure, Exporteure und Remote-Arbeiter. Wenn man sie einschränke, treibe man diese Nutzer in andere Jurisdiktionen oder unregulierte Kanäle. Luno, das in mehreren afrikanischen Ländern tätig ist, würde direkte Auswirkungen auf seine Plattform spüren, doch Lanigan stellte das Risiko als breiter dar – weniger Kapitalmobilität, weniger ausländische Investitionen, eine langsamere digitale Wirtschaft.
Was die vorgeschlagenen Regeln tatsächlich vorsehen
Die Kapitalverkehrsmanagement-Verordnung wurde von Südafrikas Finanzministerium Anfang dieses Jahres im Rahmen einer umfassenderen Überprüfung der Devisenkontrollen angekündigt. Ihr erklärtes Ziel ist es, große Kapitalabflüsse zu verfolgen und zu begrenzen, um Finanzinstabilität zu verhindern. Lanigans Kritik konzentrierte sich jedoch auf die Sprache, die Stablecoins betrifft und die er als zu pauschal ansieht. Das Finanzministerium hat die endgültige Fassung noch nicht veröffentlicht, und eine öffentliche Konsultationsphase hat heftiges Feedback von Fintech-Unternehmen, Handelsverbänden und Industrie- und Handelskammern ausgelöst.
Die Zeit drängt. Das Finanzministerium wird voraussichtlich im nächsten Quartal die endgültigen Regeln veröffentlichen, und Lanigan sagte, er hoffe, dass die Regierung einen maßgeschneiderten Ansatz für digitale Vermögenswerte entwickeln werde – anstatt Stablecoins mit traditionellen Währungskontrollen gleichzusetzen. Es wurden noch keine Überarbeitungen angekündigt, und die Branche wartet ab, ob die Warnungen in Pretoria Gehör finden.




