Eine neue Umfrage der Krypto-Börse OKX ergibt, dass 70 % der US-amerikanischen Krypto-Händler bereit wären, ihre Portfolios von künstlicher Intelligenz verwalten zu lassen. Die Befragung von 1.400 Händlern, die diese Woche veröffentlicht wurde, deutet auf eine wachsende Akzeptanz automatisierter Anlageinstrumente hin – allerdings mit einer klaren Bedingung: Die Händler wünschen sich einen Not-Aus-Schalter, um jederzeit die Kontrolle übernehmen zu können.
Händler offen für KI-Verwaltung
Die von OKX durchgeführte Umfrage fragte US-Krypto-Händler, ob sie KI bei Portfolioentscheidungen vertrauen würden. Sieben von zehn antworteten mit Ja. Das ist eine bemerkenswerte Zahl für eine Technologie, die im Kryptobereich noch relativ neu ist, wo viele Anleger stolz auf ihre eigenhändigen Trades sind. Das Ergebnis deutet auf einen Markt hin, der bereit ist, mit KI-gesteuerten Strategien zu experimentieren – solange der Mensch im Entscheidungsprozess bleibt.
Warum Händler einen Not-Aus-Schalter wollen
Selbst unter den Befürwortern der KI-Verwaltung ist Kontrolle nicht verhandelbar. Die Befragten gaben an, dass sie einen Not-Aus-Schalter benötigen, um die KI sofort außer Kraft setzen oder stoppen zu können. Diese Forderung spiegelt ein praktisches Problem wider: Kryptomärkte bewegen sich schnell, und ein außer Kontrolle geratener Bot könnte in Sekunden schwere Verluste verursachen. Händler wollen keine Blackbox – sie wollen ein Werkzeug, das sie abschalten können, sobald etwas merkwürdig erscheint.
Warnungen der Regulierungsbehörden zu KI im Kryptobereich
Regulierungsbehörden beobachten den Aufstieg der KI im Finanzwesen mit Argusaugen. Sie haben vor Betrug, Haftungsfragen und Stabilitätsrisiken im Zusammenhang mit KI-gestützter Portfolioverwaltung gewarnt. Die OKX-Umfrage trifft genau in diese Debatte. Wenn eine Mehrheit der Händler bereit ist, die Schlüssel zu übergeben – selbst mit einem Kill-Switch – müssen die Aufsichtsbehörden möglicherweise klären, wie Algorithmen überwacht werden können, die schneller handeln, als jeder Mensch reagieren kann.
Das Timing ist für die Branche nicht ideal. Krypto-Unternehmen stehen bereits wegen Themen wie Verwahrung und Compliance unter Beobachtung. Die Einführung von KI wirft neue Fragen auf: Wer haftet, wenn eine KI schlechte Trades tätigt? Wie prüft man ein Modell, das ständig dazulernt? Die Umfrage zeigt, dass Händler bereit sind, es auszuprobieren, aber der regulatorische Rahmen hinkt noch hinterher.
Vorerst ist die Botschaft der Händler klar: Sie wollen KI, aber nur an der kurzen Leine. Ob die Branche das liefern kann – und gleichzeitig die Regulierungsbehörden zufriedenstellt – bleibt die offene Frage.




