Der US-Senat hat am Mittwoch einstimmig eine nicht bindende Resolution verabschiedet, die jegliche Begnadigung des FTX-Gründers Sam Bankman-Fried ablehnt, der derzeit eine 25-jährige Haftstrafe wegen Betrugs und Verschwörung verbüßt. Die Resolution, die ohne Einwände angenommen wurde, erfolgt, nachdem Bankman-Fried offiziell um Begnadigung ersucht hatte. Obwohl die Maßnahme keine rechtliche Bindungswirkung hat, sendet sie ein klares überparteiliches Signal, dass die Gesetzgeber jeden Schritt zur Verkürzung seiner Haftstrafe ablehnen.
Was die Resolution besagt
Die von einer überparteilichen Gruppe von Senatoren eingebrachte Resolution stellt fest, dass Bankman-Fried einen der größten Finanzbetrüge in der amerikanischen Geschichte inszeniert hat, bei dem Kunden und Investoren um Milliarden von Dollar betrogen wurden. Sie fordert den Präsidenten auf, keinerlei Begnadigung – einschließlich Begnadigung, Strafumwandlung oder Strafverkürzung – für den ehemaligen Krypto-Magnaten zu gewähren. Der Text weist darauf hin, dass Bankman-Fried im November 2023 in sieben Anklagepunkten wegen Betrugs und Verschwörung verurteilt und im März 2024 verurteilt wurde.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der ehemalige Präsident Donald Trump, der 2026 erneut kandidiert, hat bereits mehrere prominente Krypto-Persönlichkeiten begnadigt oder ihre Strafen umgewandelt. Im Jahr 2025 begnadigte Trump den ehemaligen Binance-CEO Changpeng Zhao, der sich wegen Geldwäscheverstößen schuldig bekannt hatte. Er wandelte auch die lebenslange Haftstrafe des Silk-Road-Gründers Ross Ulbricht um, was in verschiedenen Teilen der Krypto-Welt sowohl Lob als auch Kritik hervorrief. Bankman-Frieds Gnadengesuch, das Anfang dieses Jahres eingereicht wurde, hat das Thema wieder in den Fokus gerückt.
Eine seltene einstimmige Abstimmung
Einstimmige Zustimmung im Senat ist für jedes politisch aufgeladene Thema ungewöhnlich, geschweige denn für eines, das Krypto betrifft. Die Tatsache, dass die Resolution ohne einen einzigen Einwand verabschiedet wurde, deutet darauf hin, dass selbst Senatoren, die der Krypto-Branche gegenüber wohlwollend eingestellt waren, bei Bankman-Fried eine klare rote Linie ziehen. Der Zusammenbruch von FTX im November 2022 vernichtete Milliarden von Kundengeldern und löste eine Welle regulatorischer Prüfungen aus, die die US-amerikanische Krypto-Landschaft neu gestaltete. Für viele Senatoren bleibt der Fall eine warnende Geschichte über unkontrollierte Risiken bei digitalen Vermögenswerten.
Was als Nächstes passiert
Die Resolution ist nicht bindend, was bedeutet, dass der Präsident rechtlich nicht verpflichtet ist, ihr zu folgen. Sie übt jedoch politischen Druck auf das Weiße Haus aus, jedes Gnadengesuch von Bankman-Fried abzulehnen. Die Biden-Regierung hat sich zu der Angelegenheit nicht öffentlich geäußert. Bankman-Frieds Anwaltsteam hat argumentiert, dass seine Strafe im Vergleich zu anderen Wirtschaftskriminellen übermäßig hart sei, aber die einstimmige Haltung des Senats macht eine Begnadigung oder Strafumwandlung weitaus unwahrscheinlicher. Derzeit bleibt Bankman-Fried im Metropolitan Detention Center in Brooklyn, wo er seine 25-jährige Haftstrafe verbüßt.




