Ein vorgeschlagenes Gesetz im US-Kongress, das American Reserve Modernization Act of 2026 (ARMA), würde vorschreiben, dass sämtliche als strategische Reserve gehaltene Bitcoin mindestens 20 Jahre aufbewahrt werden müssen. Die einzige Ausnahme: die Verwendung von Bitcoin zur Reduzierung der nationalen Schuldenlast. Würde das Gesetz verabschiedet, würde es die längste jemals in Betracht gezogene vorgeschriebene Haltefrist für eine staatliche Krypto-Reserve vorsehen.
Die 20-jährige Sperrfrist
Die zentrale Bestimmung des Gesetzes sieht eine Mindesthaltefrist von zwei Jahrzehnten für alle Bitcoin vor, die die US-Regierung als strategische Reserve erwirbt. Das bedeutet kein Verkauf innerhalb von 20 Jahren – unabhängig vom Preis, unabhängig vom Marktzyklus. Die Idee dahinter ist, langfristige Stabilität gegenüber kurzfristigen Gewinnen zu priorisieren. Es ist eine Wette darauf, dass sich der Wert von Bitcoin langfristig steigern wird, und dass das Wegsperren politische Launen daran hindert, einen Verkauf auszulösen.
Die 20-jährige Frist ist selbst nach den Maßstäben traditioneller Reservewährungen ungewöhnlich. Goldreserven beispielsweise unterliegen keiner solchen gesetzlichen Haltepflicht. Die USA verkaufen Gold gelegentlich, wenn auch selten. Bitcoin, das volatiler ist, würde durch Hoch- und Tiefphasen hindurch gehalten werden.
Die Ausnahmeklausel zur Schuldenreduzierung
Es gibt einen Ausweg: die Verwendung von Bitcoin zur Reduzierung der nationalen Schuldenlast. Das Gesetz erlaubt ausdrücklich, die Reserve zu veräußern, wenn die Erlöse direkt zur Tilgung der Bundesschulden verwendet werden. Dies schafft eine schmale, aber bedeutende Ausnahme. Zudem verknüpft es das Schicksal der Reserve direkt mit der Finanzpolitik – ein Schritt, der politisch populär sein könnte, falls die Schuldenstände steigen.
Die Ausnahme definiert nicht, wie viel Schulden getilgt werden müssten oder ob Teilverkäufe erlaubt wären. Diese Details würden wahrscheinlich im Ausschuss geklärt, falls das Gesetz vorankommt.
Was passiert als Nächstes
Das ARMA wurde eingeführt, hat aber bisher noch keine Ausschusssitzung stattgefunden. Sein weiterer Weg ist ungewiss. Die 20-jährige Sperrfrist ist schwer zu verkaufen in einem Kongress, der selten langfristige Verpflichtungen eingeht. Dennoch zeigt der Vorschlag, dass Gesetzgeber darüber nachdenken, wie eine mögliche Bitcoin-Reserve der USA verwaltet werden könnte – und dass sie es nicht gutheißen, auf die Reserven leicht zugreifen zu können.
Der nächste konkrete Schritt ist eine Beratung im zuständigen Ausschuss. Ein Datum steht noch nicht fest. Vorläufig fungiert das Gesetz als Richtschnur: Eine Vision für eine langfristige Bitcoin-Strategie mit einem einzigen Ausweg für die nationale Schuldenlast.




