British Steel wurde durch ein neues Gesetz der britischen Regierung in staatliches Eigentum überführt. Dieser Schritt, der einen klaren Bruch mit jahrzehntelanger Privatisierungspolitik darstellt, bringt den angeschlagenen Stahlhersteller erstmals seit seiner Privatisierung in den 1980er Jahren unter staatliche Kontrolle. Die Verstaatlichung signalisiert einen Wandel in der Herangehensweise der Regierung an kriselnde Industrien.
Warum die Regierung eingriff
Das Unternehmen stand monatelang am Rande des Zusammenbruchs. Ohne das Eingreifen wären Tausende von Arbeitsplätzen und ein wichtiger Teil der britischen Industriebasis gefährdet gewesen. Das neue Gesetz gab den Ministern die Befugnis, schnell zu handeln und das übliche langwierige Insolvenzverfahren zu umgehen. Beamte erklärten, das Gesetz sei zum Schutz der nationalen wirtschaftlichen Sicherheit und der Lieferketten konzipiert worden.
Ein Bruch mit der bisherigen Politik
Jahrelang hatte sich die britische Regierung dagegen gewehrt, direktes Eigentum an privaten Unternehmen zu übernehmen. Die Verstaatlichung von British Steel kehrt diese Haltung um. Sie deutet darauf hin, dass der Staat nun bereit ist, einzugreifen, wenn ein großer Arbeitgeber oder eine strategische Industrie in Schwierigkeiten gerät, anstatt die Marktkräfte walten zu lassen. Das könnte Auswirkungen auf andere Sektoren haben.
Was als Nächstes kommt
Die Regierung muss nun ein Stahlunternehmen führen. Sie hat nicht gesagt, wie lange sie den Vermögenswert halten will oder ob sie einen Käufer suchen wird. Das Gesetz, das die Übernahme ermöglichte, enthält Bestimmungen für eine eventuelle erneute Privatisierung, aber es wurde kein Zeitplan festgelegt. Vorerst läuft der Betrieb von British Steel unter einem neuen staatlich eingesetzten Vorstand weiter.
Die größere Frage ist, ob es sich um eine einmalige Rettungsaktion oder den Beginn eines neuen Musters handelt. Andere kriselnde Branchen – von der Luft- und Raumfahrt bis zur Energiebranche – werden genau beobachten. Die Regierung hat keine weiteren Verstaatlichungen angekündigt, aber das rechtliche Instrument ist nun vorhanden.




