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Circle erhält OCC-Zulassung für National Trust Bank – Stablecoins gewinnen regulatorischen Rückhalt

Circle erhält OCC-Zulassung für National Trust Bank – Stablecoins gewinnen regulatorischen Rückhalt

Was die Treuhandbank darf – und was nicht

Die Zulassung der OCC ist begrenzt. Circles Treuhandbank wird ‚Treuhandgesellschafts‘-Aktivitäten ausüben, d. h. sie kann digitale Vermögenswerte verwahren und die Reserven verwalten, die USDC besichern. Sie darf keine Einlagen von Privatkunden annehmen oder Kredite vergeben. Diese Unterscheidung hält die Einheit getrennt von der Stablecoin-Emission selbst, verleiht dem Unternehmen jedoch eine regulierte Banklizenz – ein Novum für einen großen Stablecoin-Emittenten.

Circles USDC hatte am 13. Juli 2026 einen Umlauf von 72,95 Milliarden Dollar, gedeckt durch Reserven in Höhe von 73,15 Milliarden Dollar. Diese Reserven sind stark in kurzfristige Staatsanleihen investiert: 61,60 Milliarden Dollar in tägliche Reverse-Repo-Geschäfte und Schatzwechsel, das sind 84,2 % der Gesamtsumme. Nur 11,55 Milliarden Dollar – 15,8 % – liegen in Bankeinlagen.

Stablecoins als wachsende Bedrohung für Bankeinlagen

Standard Chartered prognostizierte, dass Stablecoins bis Ende 2028 rund 500 Milliarden Dollar aus US-Bankeinlagen abziehen könnten. Ein FEDS Note der Federal Reserve vom Dezember 2025 schätzte die Auswirkungen auf die Kreditvergabe auf 65 Milliarden bis 1,26 Billionen Dollar, je nachdem, wie schnell Stablecoins traditionelle Einlagen ersetzen. Kleinere Banken, die stärker auf Einlagenfinanzierung angewiesen sind, würden den Druck zuerst spüren.

Die Zahlen spiegeln einen breiteren Wandel wider. Stablecoins wie USDC sind keine Nischenexperimente mehr. Sie gewinnen durch Lizenzen wie die von Circle offizielle Legitimität und beginnen, direkt mit den Einlagenprodukten zu konkurrieren, die seit langem der Lebensnerv von Gemeinschafts- und Regionalbanken sind.

Politische Debatte verlagert sich vom ‚Ob‘ zum ‚Wie‘

Die Diskussion in Washington hat sich verändert. Gesetzgeber und Regulierungsbehörden streiten nicht mehr darüber, ob Stablecoins existieren sollten. Die Frage ist nun, wie sie zu beaufsichtigen sind – und wie nah sie an einlagenähnliche Produkte herankommen können, ohne den vollständigen Regulierungsrahmen auszulösen, der für Banken gilt. Der GENIUS Act, ein Gesetzesentwurf, der einen bundesstaatlichen Rahmen für Stablecoins schaffen würde, spiegelt diesen neuen Fokus wider.

Die Zulassung von Circles Treuhandbank ist ein konkreter Schritt in diese Richtung. Sie gibt dem Unternehmen ein reguliertes Zuhause für sein Reservemanagement, wirft aber auch Fragen auf, was als Nächstes kommt. Wenn Stablecoins unter einer Treuhandlizenz eine einlagennahe Funktionalität bieten können, könnten traditionelle Banken – insbesondere solche ohne die nötige Größe, um zu konkurrieren – um einen schrumpfenden Einlagenpool kä