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JPMorgan hebt KOSPI-Bull-Case auf 10.000 an – getrieben durch Superzyklus bei Speicherchips

JPMorgan hebt KOSPI-Bull-Case auf 10.000 an – getrieben durch Superzyklus bei Speicherchips

JPMorgan hat sein optimistisches Kursziel für den südkoreanischen Leitindex KOSPI auf 10.000 Punkte angehoben und setzt darauf, dass ein anhaltender Boom der Nachfrage nach Speicherchips den Markt auf Rekordhöhen treiben wird. Das neue Ziel, das über einer vorherigen, in der Mitteilung der Bank nicht genannten Schätzung liegt, spiegelt wider, was die Analysten des Instituts als einen Superzyklus bei Speicherchips bezeichnen – eine Phase nachhaltig überdurchschnittlichen Wachstums im Halbleitersektor.

Was ein KOSPI bei 10.000 Punkten bedeutet

Ein Stand von 10.000 Punkten würde einem Anstieg von rund 35 % gegenüber dem aktuellen Niveau des Index bei etwa 7.400 Punkten entsprechen. Es wäre ein Meilenstein, der das bisherige Allzeithoch des KOSPI von 3.305 Punkten aus dem Januar 2021 weit übertreffen würde. Zum Vergleich: Der Index hat noch nie über 3.500 Punkten gehandelt, daher ist JPMorgans Prognose ungewöhnlich aggressiv. Die Bank sieht den Superzyklus als stark genug an, um den gesamten Markt zu heben, nicht nur Aktien von Chip-Unternehmen.

Warum Speicherchips der Treiber sind

Speicherchips – hauptsächlich DRAM und NAND-Flash – bilden das Rückgrat von allem, von Smartphones bis hin zu KI-Rechenzentren. Die Analysten von JPMorgan argumentieren, dass die Nachfrage aus mehreren Richtungen sprunghaft ansteigt: Der KI-Boom erfordert enorme Mengen an Hochbandbreitenspeicher, während sich traditionelle Märkte wie PCs und Smartphones erholen. Auf der Angebotsseite haben die Chip-Hersteller bei der Kapazitätsausweitung Zurückhaltung geübt, was die Preise hoch halten könnte. Diese Kombination – starke Nachfrage gepaart mit diszipliniertem Angebot – ist das klassische Rezept für einen Superzyklus.

In der Mitteilung der Bank wird besonders hervorgehoben, dass die beiden größten südkoreanischen Speicherchip-Hersteller, Samsung Electronics und SK Hynix, in der Lage sind, den Großteil des Aufwärtspotenzials zu nutzen. Beide Unternehmen haben zuletzt Rekordgewinne gemeldet und investieren stark in Chips der nächsten Generation. Ihre Performance hat ein überdurchschnittliches Gewicht im KOSPI, sodass ihre Kursgewinne den gesamten Index nach oben ziehen können.

Risiken für die Superzyklus-These

Nicht alle an der Wall Street teilen JPMorgans Optimismus. Die Märkte für Speicherchips sind bekanntermaßen zyklisch – auf Booms folgen oft Abschwünge, wenn neue Fabrikkapazitäten ans Netz gehen. Auch geopolitische Risiken drohen. Südkoreas exportabhängige Wirtschaft ist anfällig für jede Eskalation der Handelskonflikte zwischen den USA und China, insbesondere für Beschränkungen von Chipverkäufen nach China. Eine stärker als erwartete globale Konjunkturabschwächung könnte ebenfalls die Nachfrage dämpfen.

Dennoch setzt JPMorgan auf einen strukturellen Wandel und nicht auf einen vorübergehenden Anstieg. Die Bank argumentiert, dass KI kein einmaliger Katalysator sei, sondern ein mehrjähriger Nachfragetreiber, der den Superzyklus bis 2026 oder darüber hinaus am Laufen halten könnte. Ob andere Brokerhäuser mit ähnlichen Hochstufungen folgen werden, bleibt abzuwarten.