Ein wichtiger Inflationsindikator, den die Federal Reserve genau beobachtet, fällt höher aus als erwartet. Der Supercore CPI – der Wohnkosten sowie Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert – stieg im neuesten Bericht auf 3,3 % im Jahresvergleich, nach 3,1 % im Vormonat. Der Anstieg signalisiert, dass der zugrunde liegende Preisdruck nicht so nachlässt, wie es sich die politischen Entscheidungsträger erhofft hatten, und das bedeutet wahrscheinlich, dass die Zinssätze länger erhöht bleiben.
Warum die Supercore-Zahl wichtig ist
Der Supercore CPI, offiziell als Kern-Dienstleistungen ohne Wohnkosten bekannt, ist die Kennzahl, die Fed-Chef Jerome Powell als den besten Indikator dafür bezeichnet hat, wohin sich die Inflation entwickelt. Indem er volatile Energie- und Lebensmittelkosten sowie die oft klebrige Wohnkostenkomponente herausfiltert, bietet er einen klareren Blick auf die Preistrends, die von Löhnen und der Nachfrage nach Dienstleistungen getrieben werden. Der Anstieg von 3,1 % auf 3,3 % deutet darauf hin, dass dieser Druck in der Wirtschaft weiterhin verankert bleibt.
Der Anstieg erfolgt, nachdem die monatelangen Fortschritte bei der Inflation ins Stocken geraten zu sein schienen. Der Gesamt-VPI und der Kern-VPI lagen beide in letzter Zeit über den Prognosen, aber der Supercore-Wert ist derjenige, der tendenziell die Zinsentscheidungen der Fed beeinflusst. Da er nun steigt, hat die Zentralbank noch weniger Spielraum, um mit Zinssenkungen zu beginnen.
Die unmittelbare Schlussfolgerung für Investoren und Unternehmen ist, dass der derzeitige Leitzins der Fed, der mit 5,25 % bis 5,5 % auf einem 23-Jahres-Hoch liegt, voraussichtlich nicht bald sinken wird. Eine anhaltend hohe Supercore-Inflation spricht gegen Zinssenkungen in naher Zukunft. Märkte, die mit drei oder vier Viertelpunktsenkungen in diesem Jahr gerechnet hatten, mussten diese Erwartungen deutlich zurücknehmen.
Längere Phasen hoher Zinssätze schaffen Gegenwind für risikoreiche Anlagen wie Aktien und Kryptowährungen, die sich in der Regel am besten entwickeln, wenn Geld billig und die Liquidität reichlich ist. Die Unternehmenskreditkosten bleiben hoch, was es für Unternehmen teurer macht, zu expandieren oder Schulden umzufinanzieren. Diese Dynamik kann die Einstellung und die Investitionsausgaben bremsen und das Wirtschaftswachstum belasten.
Die Herausforderung für die Gesamtwirtschaft
Das Risiko ist nicht nur finanzieller Natur. Wenn die Fed die Zinssätze über einen längeren Zeitraum erhöht hält, wirkt sich dies auf die reale Wirtschaft aus. Verbraucherkredite für Autos und Häuser werden teurer, Kreditkartenzinsen steigen, und kleine Unternehmen, die auf variabel verzinsliche Finanzierungen angewiesen sind, geraten unter Druck. Obwohl der Arbeitsmarkt relativ stark geblieben ist, könnte eine anhaltende Phase restriktiver Geldpolitik letztlich die Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben.
Die Supercore-Daten untermauern eine Botschaft, die die Fed seit Monaten sendet: Sie benötigt konsistentere Belege dafür, dass die Inflation nachhaltig auf ihr Ziel von 2 % zurückgeht, bevor sie ihren Kurs ändert. Eine Verbesserung in einem Monat wäre nicht ausreichend. Der Anstieg auf 3,3 % zeigt, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen ist.
Was als Nächstes zu beachten ist
Der nächste große Prüfstein steht mit der Veröffentlichung des Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) an, dem bevorzugten Inflationsmaß der Fed, der später in diesem Monat erwartet wird. Ökonomen werden darauf achten, ob sich der Supercore-Trend auch in diesen Daten widerspiegelt. Die nächste geldpolitische Sitzung der Fed findet Ende Juli statt. Angesichts der steigenden Supercore-Inflation ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung auf dieser Sitzung auf nahezu Null gesunken.




