Die Benzinpreise in den USA sind diese Woche auf über 4 Dollar pro Gallone gestiegen, angetrieben durch den anhaltenden Nahostkonflikt, der die Energiemärkte erschüttert. Der Anstieg schürt Inflationsängste, die auf den Kryptomarkt übergreifen und die Pläne der Federal Reserve zur Senkung der Zinssätze verzögern könnten.
Wie der Konflikt an der Zapfsäule ankommt
Der Nahostkonflikt hat Versorgungswege unterbrochen und Rohöl verteuert. Das zeigt sich nun an der Zapfsäule. Die Benzinpreise waren seit 2022 nicht mehr so hoch. Der Anstieg ist breit gefächert – nicht nur in einigen Bundesstaaten. Autofahrer in Kalifornien und im Nordosten verzeichnen die größten Sprünge.
Der Zeitpunkt ist ungünstig. Die Inflation war zuletzt rückläufig, aber die Energiekosten sind ein Unsicherheitsfaktor. Bleiben die Benzinpreise über 4 Dollar, wirkt sich das auf alle anderen Preise aus. Das bereitet Ökonomen Sorgen.
Inflationsängste kehren zurück
Höhere Benzinpreise bedeuten höhere Transportkosten, die sich auf Lebensmittel, Waren und Dienstleistungen auswirken. Der jüngste Verbraucherpreisindex zeigte bereits eine hartnäckige Inflation im Dienstleistungssektor. Jetzt kommen noch die Energiekosten hinzu. Die Befürchtung ist, dass die Fortschritte der Fed bei der Inflationsbekämpfung ins Stocken geraten oder sich umkehren.
Das wäre ein Problem für Risikoanlagen. Insbesondere der Kryptomarkt reagiert empfindlich auf Zinserwartungen. Wenn die Fed die Zinsen hoch hält, wird die Liquidität knapper. Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte haben in einem solchen Umfeld tendenziell zu kämpfen.
Was das für den Kryptomarkt bedeutet
Der Kryptomarkt befand sich in diesem Jahr in einer fragilen Erholung. Eine erneute Inflationsangst könnte ihn zurückwerfen. Händler preisen bereits eine geringere Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September ein. Wenn sich dieses Fenster schließt, könnte die Rallye an Schwung verlieren.
Es geht nicht nur um die Stimmung. Höhere Zinsen machen verzinsliche Produkte wie Staatsanleihen im Vergleich zu Kryptowährungen attraktiver. Das zieht Kapital ab. Die Korrelation zwischen Bitcoin und dem Nasdaq war 2026 stark, sodass eine breitere Risikoaversion beide treffen würde.
Zeitplan für Zinssenkung in Frage gestellt
Die Fed hat für dieses Jahr zwei Zinssenkungen signalisiert, die erste möglicherweise im September. Der Anstieg der Benzinpreise erschwert dies jedoch. Fed-Chef Powell hat erklärt, die Fed müsse anhaltende Fortschritte bei der Inflation sehen. Ein Benzinpreis von 4 Dollar ist kein Fortschritt.
Einige Analysten erwarten nun, dass die erste Senkung auf Dezember oder sogar 2027 verschoben wird. Die nächste Fed-Sitzung findet vom 29. bis 30. Juli statt. Händler werden auf jede Änderung der Wortwahl in Bezug auf Zinssenkungen achten.




