Die American Bankers Association schlägt Alarm wegen des CLARITY Act – des Vorzeige-Stablecoin-Gesetzes, das derzeit den Kongress durchläuft. In einem dringenden Schreiben an Bank-CEOs vom 10. Mai warnte Rob Nichols, Präsident und CEO der ABA, dass die aktuelle Fassung des Gesetzes nicht ausreichend verhindere, dass Krypto-Unternehmen zinsähnliche Belohnungen auf Zahlungs-Stablecoins anbieten. Der Brief setzt die Banken faktisch in Kenntnis, dass der Gesetzesentwurf in seiner jetzigen Form Nichtbanken-Stablecoin-Emittenten erlauben könnte, in direkten Wettbewerb mit traditionellen Einlagenkonten zu treten.
Was der Brief sagt
Nichols' Brief ist direkt. Er teilt Bankführern mit, dass die bestehenden Schutzmaßnahmen des CLARITY Act zu locker seien. Die Sorge konzentriert sich auf Stablecoins, die wie Bargeld funktionieren, aber auch Erträge abwerfen – eine Funktion, die Regulierungsbehörden seit Langem von Zahlungstoken fernhalten wollen. Die ABA argumentiert, dass ohne strengere Einschränkungen Krypto-Firmen diese Gesetzeslücke nutzen würden, um im Wesentlichen verzinsliche Konten anzubieten und so Bankvorschriften zu umgehen, die für ähnliche Produkte bei traditionellen Banken gelten.
Warum der Zeitpunkt wichtig ist
Der Brief kommt, während der CLARITY Act auf eine Abstimmung im Senat zusteuert. Stablecoin-Gesetzgebung war in dieser Sitzungsperiode eine Priorität für Gesetzgeber, wobei beide Parteien Unterstützung für einen föderalen Rahmen signalisiert haben. Banken haben die Bemühungen weitgehend unterstützt, in der Hoffnung auf Klarheit und ein faires Spielfeld für Krypto-Emittenten. Nichols' Warnung deutet darauf hin, dass der größte Branchenverband der Meinung ist, dass der aktuelle Text dieses Versprechen nicht einlöst.
Der Streitpunkt
Der Kernstreit dreht sich darum, was als Belohnung gilt. Die ABA sagt, dass die Definition von Zinsen im Gesetzesentwurf zu eng gefasst sei, sodass Krypto-Firmen Zahlungen als „Anreize“ oder „Treuepunkte“ strukturieren könnten, die funktional identisch mit Zinsen sind, aber nicht unter das Verbot fallen. Der Brief fordert die Gesetzgeber auf, diese Lücke zu schließen, bevor das Gesetz verabschiedet wird. Ob der Senat die Formulierung ändern oder den Entwurf unverändert vorantreiben wird, bleibt die offene Frage.
Was jetzt passiert
Die ABA fordert die Banken nicht auf, den Gesetzesentwurf rundheraus abzulehnen. Sie drängt auf Änderungen. Nichols' Brief signalisiert, dass der Verband in den kommenden Tagen für eine strengere Definition verbotener Belohnungen lobbyieren wird. Da die Abstimmung möglicherweise nur noch Wochen entfernt ist, ist der Stablecoin-Kampf deutlich konkreter geworden.




