Bit Digital hat am Freitag einen Quartalsverlust von 146,7 Millionen Dollar gemeldet und machte dafür niedrigere Ether-Preise verantwortlich, die die Bilanz belasteten. Der börsennotierte Krypto-Miner hält mehr als 155.000 ETH in seiner Treasury – aktuell etwa 327 Millionen Dollar wert – und ist damit eines der konzentriertesten Unternehmenswetten auf Ethereum. Der Verlust unterstreicht die Risiken einer Strategie, die das Unternehmen vom Bitcoin-Mining hin zu Staking und KI-Infrastruktur geführt hat.
Das 146,7-Millionen-Dollar-Loch
Der Verlust, der in Bit Digitals Quartalszahlen für das erste Quartal offengelegt wurde, kommt zu einer Zeit, in der Ether rund 20 % unter seinem Niveau von vor drei Monaten gehandelt wird. Die Ethereum-Treasury des Unternehmens, die während der Rallye 2025 noch eine Stärke war, wurde bei fallenden Kursen zur Belastung. Bit Digital gab nicht bekannt, ob es plant, seine Position abzusichern oder seine Bestände zu reduzieren.
Ethereum-lastige Bilanz
Mit 155.000 ETH in der Hinterhand ist Bit Digital weitaus stärker den Kursschwankungen von Ether ausgesetzt als die meisten seiner Mining-Konkurrenten. Die Treasury allein macht den Großteil der Marktkapitalisierung des Unternehmens aus. Eine solche Konzentration kann in einem Bullenmarkt Gewinne verstärken, lässt aber bei fallenden Kursen wenig Spielraum für Fehler. Die Abkehr des Unternehmens vom Bitcoin-Mining – auf das es sich einst konzentrierte – hat diese Abhängigkeit noch verstärkt.
Staking-Einnahmen versiegen
Bit Digital meldete zudem, dass die Staking-Einnahmen im Quartal zurückgingen. Das Unternehmen erzielte Rendite durch das Staking seiner Ethereum-Bestände, doch geringere Netzwerkaktivität und ein Rückgang der Gebühreneinnahmen schmälerten diese Erträge. Staking sollte eigentlich einen stetigen Einkommensstrom bieten, um die Volatilität der Mining-Erlöse auszugleichen. Stattdessen ist es nun eine weitere Druckquelle.
Wende zur KI-Infrastruktur
Über Ethereum hinaus hat Bit Digital Kapital in KI-Computing-Infrastruktur gesteckt – es rüstet seine Mining-Anlagen für Hochleistungsrechnen um. Die Idee ist, sich über Krypto hinaus zu diversifizieren. Doch diese Wende steckt noch in den Anfängen: Die KI-Erlöse sind noch nicht groß genug, um einen Verlust von 146,7 Millionen Dollar abzufedern. Der Quartalsbericht des Unternehmens gab keinen Zeitrahmen dafür, wann dieser Geschäftsbereich nennenswert beitragen könnte.




