Bitcoins BIP-110 steuert auf ein obligatorisches Aktivierungsfenster um Block 961.632 zu – weniger als 10.000 Blöcke entfernt – und der Streit darüber, ob nicht-finanzielle Daten auf der Chain eingeschränkt werden sollen, wird lauter. Der Vorschlag, der auf Ordinals, Runes und ähnliche Inschriftenprotokolle abzielt, würde Nodes dazu zwingen, Blöcke mit solchen Daten abzulehnen, wenn Miner nicht eine Schwelle von 55 % erreichen. Befürworter sagen, es gehe darum, Bitcoins Rolle als Abwicklungsebene zu schützen. Gegner warnen vor einer Kettenaufspaltung, gestrandetem Kapital und einer gefährlichen Aushöhlung der Protokollneutralität.
Was BIP-110 tatsächlich bewirkt
Der Vorschlag ist in der Mechanik einfach, aber in seinen Auswirkungen alles andere. Er legt eine 55%-Signalschwelle für Miner während eines definierten Signalzeitraums fest. Erreichen die Miner diese Marke nicht, greift eine Sicherung: Nodes beginnen trotzdem mit der Durchsetzung der Einschränkung und lehnen jeden Block ab, der nicht-finanzielle Daten enthält. Das bedeutet, dass Inschriften wie Ordinals auf der durchsetzenden Seite möglicherweise nicht mehr ausgegeben werden können. Befürworter sehen darin eine Möglichkeit, Blockplatz zurückzugewinnen und die Node-Belastung zu verringern – einen sauberen Bruch mit dem, was sie als Spam bezeichnen.
Warum Kritiker besorgt sind
Der Widerstand ist heftig und kommt von Schwergewichten. Blockstream-CEO Adam Back wies den Vorschlag als technisch mangelhaft zurück und warnte, dass er eine fragmentierte Minderheitenkette erzeugen könnte. Bitcoin-Entwickler Jameson Lopp ging noch weiter und nannte ihn einen gefährlichen Machtmissbrauch. Er warnte, dass das Aktivierungsdesign unbeabsichtigt Kapital stranden lassen könnte, indem es Wallet-Funktionen für Randfälle beeinträchtigt – Geld, das Benutzer für sicher halten, wäre plötzlich nicht mehr sicher. „Es geht nicht nur um Ordinals“, so das Argument, sondern um Kollateralschäden für normale Transaktionen.
Die fehlende Unterstützung
Derzeit fehlt BIP-110 die Unterstützung von Minern und Institutionen, die normalerweise einer Bitcoin-Protokolländerung vorausgeht. Das ist eine große Sache. Ohne dieses Gewicht könnte die obligatorische Sicherung zu einer echten Spaltung führen – eine Chain setzt durch, die andere nicht. Befürworter wie Analyst Luis Marcano argumentieren, dass Nodes, die die neuen Regeln durchsetzen, nach und nach Hash-Power anziehen würden, doch Kritiker entgegnen, dass das Design aggressiv sei und den normalen Konsensbildungsprozess überspringe. Die Uhr tickt, aber der Raum ist nicht gerade voll.
Das Aktivierungsfenster um Block 961.632 ist an sich keine Frist – es ist der Beginn eines Countdowns innerhalb eines Countdowns. Ob die Miner genug signalisieren, um die Sicherung zu vermeiden, oder ob die Sicherung auslöst und die Frage erzwingt – die nächsten Monate werden entscheiden, ob Bitcoin neutral bleibt oder Partei ergreift.




