Der Bankenausschuss des Senats stimmte gestern mit 15 zu 9 für die Weiterleitung des CLARITY Act, eines umfassenden Krypto-Regulierungsgesetzes, das nun dem gesamten Senat vorgelegt wird. Die Sitzung zur Ausarbeitung war umstritten – mehrere demokratische Änderungsanträge wurden entlang der Parteilinien abgelehnt, und Senatorin Elizabeth Warren kritisierte das Gesetz scharf als ein Geschenk an die Branche.
Warrens Kritik
\nWarren hielt sich nicht zurück. Sie nannte den CLARITY Act ein „industrie-freundliches Krypto-Gesetz“, das digitale Vermögenswerte über die steigenden Kosten für amerikanische Familien stelle. Zur Untermauerung ihrer Argumente zitierte sie eine CoinDesk-Umfrage, wonach nur 1 % der Wähler Kryptowährung als ihr wichtigstes Anliegen betrachten. Sie behauptete zudem, Präsident Trump und seine Familie hätten seit seinem Amtsantritt im letzten Jahr 1,4 Milliarden Dollar mit Krypto-Geschäften verdient – eine Zahl, zu der das Weiße Haus nicht direkt Stellung genommen hat.
Gescheiterte Änderungsanträge
\nDie Demokraten brachten während der Sitzung eine Handvoll Änderungsanträge ein. Alle wurden mit 11 zu 13 Stimmen entlang der Parteilinien abgelehnt. Die Liste umfasste Maßnahmen gegen Schlupflöcher für die nationale Sicherheit, den Zugang zu Epstein-bezogenen Bankunterlagen, Haftungsregeln für dezentrale Finanzprojekte sowie Beschränkungen für Kryptowährungen in Rentenkonten. Jeder Antrag scheiterte, ohne dass ein einziger Republikaner über die Parteilinie trat.
Scotts Darstellung
\nAusschussvorsitzender Tim Scott stellte das Gesetz anders dar. Er argumentierte, der CLARITY Act modernisiere veraltete Finanzregeln, verhindere, dass Innovationen ins Ausland abwandern, und stärke die Instrumente zur Bekämpfung von Geldwäsche. Für Scott ging es bei der Abstimmung darum, die Krypto-Entwicklung innerhalb der US-Grenzen zu halten – und den Regulierungsbehörden klarere Befugnisse über einen Markt zu geben, der größtenteils in einer Grauzone operiert hat.
\nDer Gesetzentwurf geht nun an den Senat. Es wurde noch kein Abstimmungstermin festgelegt. Angesichts eines vollen Terminkalenders und anderer Prioritäten ist sein Weg nicht garantiert – auch wenn die gestrige Abstimmung darauf hindeutet, dass die GOP weitgehend geschlossen dahintersteht. Warren hat bereits signalisiert, dass sie sich im Plenum dagegen wehren wird.




