Die Zentralbank Hongkongs veröffentlichte am 28. April 2025 eine regulatorische Warnung, in der sie darauf hinwies, dass falsche Stablecoin-Token mit den Kürzeln 'HKDAP' und 'HSBC' auf dem Markt aufgetaucht sind – obwohl keiner von ihnen von einem lizenzierten Stablecoin-Emittenten herausgegeben wurde. Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) erklärte, dass die Token keinerlei Verbindung zu einem autorisierten Emittenten gemäß der Stablecoins-Verordnung der Stadt haben, die im August 2025 in Kraft trat.
So tauchten die falschen Token auf
Die Warnung erfolgt knapp zwei Wochen nachdem die HKMA am 10. April die ersten Stablecoin-Lizenzen an HSBC und Anchorpoint Financial vergeben hatte. Von 36 Bewerbern – etwa 5,6 % – hatten lediglich zwei das Zulassungsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Bislang ist jedoch noch kein einziger echter Stablecoin der beiden Banken bei Verbrauchern verfügbar. HSBC plant, seinen in Hongkong-Dollar denominierten Stablecoin in der zweiten Hälfte von 2026 einzuführen, unterstützt durch hochwertige liquide Vermögenswerte auf getrennten Konten und integriert in seine PayMe-Plattform (mit über 3,3 Millionen Nutzern) sowie die HSBC HK Mobile Banking App. Anchorpoint, ein Joint Venture von Standard Chartered, Animoca Brands und HKT, strebt eine schrittweise Einführung seines HKDAP-Tokens ab dem zweiten Quartal 2026 an, wobei jeder Token 1:1 durch hochwertige, in Hongkong-Dollar denominierte Reserven gedeckt ist.
Die falschen Token tauchten in der Zeitspanne zwischen der Lizenzvergabe und der tatsächlichen Markteinführung auf – eine Lücke, die die HKMA bereits im Juli 2025 als Risiko markiert hatte. Damals warnte die Aufsichtsbehörde davor, dass Unternehmen fälschlicherweise behaupten könnten, lizenziert zu sein, um Investoren anzulocken.
Sanktionen nach der Stablecoins-Verordnung
Hongkongs Strategie für digitale Assets stützt sich stark auf das öffentliche Vertrauen in ihre regulatorische Genehmigung. Der Betrug nutzt dieses Vertrauen aus, indem er Kürzel verwendet, die mit den Namen echter lizenzierter Unternehmen übereinstimmen. Gemäß der Stablecoins-Verordnung können unerlaubte Emissionen oder falsche Behauptungen über einen lizenzierten Status mit einer Geldstrafe von bis zu 5 Millionen HK$ und einer Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren geahndet werden.
Was als Nächstes kommt
Sowohl HSBC als auch Anchorpoint haben bisher kein konkretes Datum genannt, wann ihre Token tatsächlich in die Wallets der Nutzer gelangen werden. Die Warnung der HKMA vom 28. April macht deutlich, dass derzeit jeder Token, der behauptet, ein HSBC- oder Anchorpoint-Stablecoin zu sein, gefälscht ist. Investoren müssen auf die echten Produkte warten – und fragen sich, ob vor deren Markteinführung weitere Betrüger auftauchen werden.




