Coinbase hat die Commodity Futures Trading Commission aufgefordert, Vorhersagemärkte als eine Art Derivat zu behandeln, und argumentiert, dass die Behörde bereits die rechtliche Befugnis hat, diese ereignisbasierten Verträge zu überwachen. Die Kryptobörse möchte, dass die CFTC das bestehende Bundesderivatrecht anwendet, anstatt ein Flickwerk aus einzelstaatlichen Durchsetzungsmaßnahmen im ganzen Land zuzulassen.
Vorhersagen unter bestehendem Recht
In einer formellen Eingabe an die Regulierungsbehörde argumentierte Coinbase, dass ereignisbasierte Verträge – Wetten auf Ergebnisse wie Wahlen, Sport oder Wirtschaftsdaten – genau unter die Definition von Derivaten nach den geltenden Bundesgesetzen fallen. Das Unternehmen behauptet, dass der Commodity Exchange Act der CFTC die Werkzeuge gibt, um diese Märkte zu überwachen, ohne dass neue Gesetze erforderlich sind.
Coinbase vertritt die Position, dass Vorhersagemärkte funktional nicht von Futures oder Optionen zu unterscheiden sind. Die Börse möchte, dass die CFTC diese Befugnis ausdrücklich anerkennt und entsprechend zu regulieren beginnt.
Vermeidung eines Flickwerks aus einzelstaatlichen Regeln
Der Vorstoß wird durch die Angst vor fragmentierter Durchsetzung angetrieben. Ohne bundesstaatliche Klarheit haben die Bundesstaaten begonnen, eigene Regeln für ereignisbasiertes Wetten zu erlassen. Das schafft Compliance-Probleme für Plattformen, die über Staatsgrenzen hinweg tätig sind.
„Vorhersagemärkte sind von Natur aus zwischenstaatlich“, sagte Coinbase in seiner Eingabe. Das Unternehmen warnte davor, dass ein einzelstaatlicher Ansatz zu uneinheitlichen Rechtsstandards, höheren Kosten für Betreiber und Verwirrung für die Nutzer führen würde. Ein einheitlicher Bundesrahmen hingegen würde Sicherheit bieten und Regulierungsarbitrage verhindern.
Was die CFTC bisher getan hat
Die Behörde hat eine gemischte Haltung gegenüber Vorhersageverträgen eingenommen. Sie hat in der Vergangenheit einige ereignisbasierte Produkte genehmigt, etwa solche, die an Wirtschaftsindikatoren gekoppelt sind, aber andere blockiert – insbesondere wahlbezogene Verträge. Die CFTC hat auch Regeländerungen vorgeschlagen, die bestimmte Arten von Ereignisverträgen ausdrücklich verbieten würden, ein Schritt, den Coinbase ablehnt.
Die neueste Eingabe der Börse ist ein Versuch, das Gespräch in Richtung eines permissiveren, aber dennoch regulierten Ansatzes zu lenken. Coinbase möchte, dass die CFTC Vorhersagemärkte wie jedes andere Derivat behandelt, mit denselben Offenlegungs- und Berichtspflichten, anstatt sie auszugrenzen oder einzuschränken.
Nächste Schritte unklar
Die CFTC hat noch nicht auf Coinbases Antrag reagiert. Die Behörde wägt noch einen separaten Vorschlag ab, der die Regeln für Ereignisverträge verschärfen würde, und eine Entscheidung könnte in den kommenden Monaten fallen. In der Zwischenzeit haben Aufsichtsbehörden in Staaten wie New Jersey und Texas signalisiert, dass sie beabsichtigen, ihre eigenen Gesetze gegen nicht lizenzierte Vorhersageplattformen durchzusetzen.
Coinbases Eingabe erhöht den Druck auf die CFTC, eine endgültige Position zu beziehen – entweder den Markt unter bestehendem Recht zu akzeptieren oder den Kongress um neue Befugnisse zu bitten.




