Irans größte Kryptowährungsbörse Nobitex hat trotz internationaler Sanktionen Transaktionen im Wert von Milliarden Dollar abgewickelt. Laut Unterlagen, die GFdaily gesichtet hat, steht ihr Eigentum in Verbindung zur Familie Kharrazi – einer Familie mit engen Kontakten zu Irans Obersten Führern. Die Enthüllung wirft neue Fragen auf, wie Kryptowährungen durch ein Land fließen, das weiterhin zu den am stärksten sanktionierten Volkswirtschaften der Welt gehört.
Eine Familie mit tief verwurzelten politischen Wurzeln
Die Familie Kharrazi ist keine typische Wirtschaftsdynastie. Kamal Kharrazi war Irans Außenminister und leitet nun den Strategischen Rat für Außenbeziehungen des Rates der Bestimmung – ein Gremium, das den Obersten Führer berät. Andere Familienmitglieder bekleiden Schlüsselpositionen im wirtschaftlichen und Sicherheitsapparat des Regimes. Die Verbindung von Nobitex zur Familie war in Teherans Technologie-Szene ein offenes Geheimnis, doch dies ist das erste Mal, dass der Zusammenhang von westlichen Medien detailliert dokumentiert wurde.
Warum die Durchsetzung von Sanktionen wichtig ist
Das Ausmaß von Nobitex ist kaum zu übersehen. Die Börse dominiert Irans Kryptomarkt und verarbeitet alles von Peer-to-Peer-Transaktionen bis hin zu Händlerabrechnungen. Da Irans Bankensystem weitgehend von SWIFT und der globalen Finanzwelt abgeschnitten ist, ist Krypto zu einem wichtigen Kanal für den Geldtransfer ins und aus dem Land geworden. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des Schatzamts hat jedoch wiederholt gewarnt, dass Krypto-Börsen, die sanktionierte Gebiete bedienen, mit Strafen rechnen müssen. Bislang wurden gegen Nobitex jedoch keine Maßnahmen der USA ergriffen.
Was am Schnittpunkt von Finanzen und Politik geschieht
Die Verbindung zur Familie Kharrazi erschwert jegliche potenzielle Durchsetzung. Sanktionen gegen Einrichtungen, die mit dem engen Umfeld des Obersten Führers verbunden sind, haben diplomatisches Gewicht, und das Vorgehen gegen eine Börse, deren Familienmitglieder hohe Ämter bekleidet haben, könnte Spannungen eskalieren lassen. Gleichzeitig lädt es zu Kritik ein, Nobitex unbehelligt zu lassen, da das Sanktionsregime in Bezug auf Krypto als zahnlos wahrgenommen werden könnte. Die Börse selbst hat sich bisher nicht öffentlich zur Eigentümerstruktur geäußert.
Die Frage ist nun, ob OFAC oder europäische Regulierungsbehörden handeln werden. Da Irans Wirtschaft weiterhin unter starkem Druck steht und die Krypto-Nutzung zunimmt, wird Nobitex nicht verschwinden. Der nächste Schritt könnte aus der bevorstehenden Sanktionsprüfung des US-Schatzamts kommen, die innerhalb der nächsten 90 Tage erwartet wird.




