Das japanische Unterhaus hat am Donnerstag einen Gesetzentwurf verabschiedet, der Kryptowährungen in den Rahmen der Finanzinstrumente des Landes einordnet – ein Schritt, der den Weg für Krypto-ETFs und niedrigere Steuersätze auf Gewinne aus digitalen Vermögenswerten ebnen könnte. Die in dieser Woche verabschiedete Gesetzgebung ist der bedeutendste Schritt Tokios zur Integration von Kryptowährungen in das regulierte Finanzsystem.
Was der Gesetzentwurf vorsieht
Der Gesetzentwurf ändert das japanische Finanzinstrumente- und Börsengesetz, um Kryptowährungen ähnlich wie traditionelle Wertpapiere und Anlageprodukte zu behandeln. Das bedeutet, dass Börsen, Verwahrstellen und andere Krypto-Dienstleister denselben Lizenz- und Offenlegungsvorschriften unterliegen, die für Börsenmakler und Vermögensverwalter gelten. Die Änderung soll den Aufsichtsbehörden eine strengere Kontrolle ermöglichen und der Branche gleichzeitig eine klarere rechtliche Grundlage geben.
Potenzielle Auswirkungen: ETFs und Steuern
Die unmittelbarste Auswirkung könnte auf Krypto-Exchange-Traded Funds entfallen. Unter der neuen Klassifizierung wären Investmentfonds, die digitale Vermögenswerte halten – wie ein Bitcoin-ETF – rechtlich zulässig, was das derzeitige System nicht explizit erlaubt. Der Gesetzentwurf ebnet auch den Weg für eine separate Steuerreform. Krypto-Gewinne werden derzeit als sonstige Einkünfte mit Steuersätzen von bis zu 55 % besteuert. Der neue Rahmen könnte sie unter den niedrigeren Pauschalsteuersatz von 20 % bringen, der für Kapitalgewinne aus Aktien und anderen Wertpapieren gilt.
Nächste Schritte
Nach der Abstimmung im Unterhaus wird der Gesetzentwurf nun im Oberhaus debattiert. Eine Zustimmung dort würde ihn dem Kabinett zur Verabschiedung vorlegen. Die Gesetzgeber haben signalisiert, dass das Gesetz bis Anfang 2027 in Kraft treten soll, aber der Zeitplan könnte sich je nach Geschwindigkeit des Oberhauses verschieben. Derzeit beobachtet die Krypto-Industrie in Japan die Entwicklung genau – allein die Steuer- und ETF-Änderungen würden die Herangehensweise sowohl von Privatanlegern als auch von Institutionen an digitale Vermögenswerte hier grundlegend verändern.




