Ripple hat der SEC Crypto Task Force eine Folgeantwort übermittelt, in der detaillierte Vorschläge dazu unterbreitet werden, wie Payment Stablecoins, Krypto-Assets, die keine Wertpapiere sind, sowie tokenisierte Wertpapiere gemäß den bestehenden Broker-Dealer-Regeln behandelt werden sollten. Der Schriftsatz, datiert auf den 22. Mai, folgt auf ein Treffen des Unternehmens mit der Task Force am 20. März und wurde öffentlich vom Account BankXRP auf X geteilt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde XRP zu $1,3299 gehandelt.
Eine Vorschlagsliste für die SEC Crypto Task Force
Der Schriftsatz konzentriert sich auf zwei spezifische SEC-Regeln: 15c3-1 und 15c3-3. Ripple möchte, dass die SEC Regel 15c3-1 ändert, um zu klären, wie Stablecoins als Sicherheiten in den Bilanzen von Wertpapierhändlern verwendet werden können. Zudem bittet das Unternehmen um Änderungen an Regel 15c3-3, um eine neue Verwahrungskategorie namens „Qualifizierte Payment Stablecoins“ einzuführen. Damit wird impliziert, dass die aktuellen Vorschriften diese Assets nicht angemessen berücksichtigen, sodass Wertpapierhändler in einer rechtlichen Grauzone verbleiben.
Die Debatte um den Stablecoin-Abschlag
Einer der detaillierteren Vorschläge betrifft Abschläge – Rabatte, die bei Sicherheiten angewendet werden. Ripple argumentiert, dass Stablecoins mit einer direkten Mint-Burn-Beziehung zwischen dem Wertpapierhändler und dem Emittenten einen Abschlag von 0 % erhalten sollten. Ein Abschlag von 2 % sei, so das Unternehmen, strafend. Dies ist eine technische, aber bedeutende Forderung: Sollte die SEC zustimmen, könnten Stablecoins für das Bilanzmanagement deutlich attraktiver werden.
Wem gehört was: Die Frage des Registers
Ripple äußert sich zudem zur Debatte über tokenisierte Wertpapiere. Das Unternehmen bittet die SEC, das on-chain-Register als einzig verbindliches rechtliches Register für den Besitz tokenisierter Assets festzulegen. Dies würde Blockchain-Einträgen dieselbe rechtliche Gültigkeit wie traditionellen Papierunterlagen verleihen – ein Schritt, der die Verwahrung und Übertragung vereinfachen könnte, aber voraussetzt, dass die SEC eine dezentrale Aufzeichnung offiziell als maßgeblich anerkennt.
Ripples Haltungswandel
BankXRP präsentierte den Brief auf X als Ripple, das „verlangt“ anstatt „bittet“ – ein subtiler Haltungswandel für ein Unternehmen, das Jahre in einem Rechtsstreit mit der SEC verbracht hat. Der Brief selbst ist vorsichtig formuliert: Er fordert nicht, sondern schlägt konkrete Änderungen vor. Ob die Crypto Task Force diese aufgreift, bleibt abzuwarten. Die SEC hat bisher weder auf das Treffen im März noch auf die Folgeantwort öffentlich reagiert.
Zurzeit liegt die Entscheidung bei der SEC. Ripple hat sein Plädoyer für klarere Regeln zu Stablecoins, tokenisierten Assets und Krypto-Assets, die keine Wertpapiere sind, jenseits von BTC und ETH, vorgebracht. Der nächste Schritt obliegt nun der Aufsichtsbehörde.




