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Südkoreas geplante AML-Regeln würden die Meldepflichten von Börsen um das 85-Fache erhöhen

Südkoreas geplante AML-Regeln würden die Meldepflichten von Börsen um das 85-Fache erhöhen

Südkoreanische Regulierungsbehörden erwägen ein Paket von Anti-Geldwäsche-Regeln, das Krypto-Börsen zwingen würde, 85-mal mehr Transaktionsmeldungen einzureichen als heute – ein Schritt, der nach Ansicht von Brancheninsidern die Compliance-Systeme überlasten und die Kosten in die Höhe treiben könnte.

Der 85-fache Sprung

Die vorgeschlagenen Änderungen des südkoreanischen AML-Rahmenwerks würden Börsen verpflichten, praktisch alle verdächtigen Transaktionen zu melden, nicht nur die großen oder grenzüberschreitenden, die derzeit überwacht werden. Nach dem neuen Regime müsste jeder als verdächtig eingestufte Handel, jede Wallet-Interaktion oder jedes Abhebungsmuster dokumentiert und an die Korea Financial Intelligence Unit (KoFIU) übermittelt werden.

Das entspricht laut Schätzungen lokaler Compliance-Berater einem Anstieg von rund 12.000 Meldungen pro Jahr pro Börse auf über eine Million. Der 85-fache Multiplikator ist kein Tippfehler – er ist der Kern des Vorschlags, und er bringt die Börsen in Zugzwang, um herauszufinden, wie sie personell aufstocken könnten.

Warum jetzt?

Südkorea verschärft seine Krypto-Aufsicht seit dem Zusammenbruch von Terra im Jahr 2022 und der jüngsten Welle von Phishing-Betrügereien, die Privatanlegern Milliarden entzogen haben. Die Finanzaufsicht Financial Services Commission hat klargestellt, dass Krypto denselben Meldestandard für verdächtige Transaktionen wie traditionelle Banken einhalten soll – doch Banken verfügen über jahrzehntealte Compliance-Infrastrukturen und Heere von Analysten. Börsen haben das nicht.

Der Zeitpunkt ist ungünstig. Viele koreanische Börsen erholen sich noch vom Bärenmarkt 2025. Die Handelsvolumina sind dünn, und mehrere kleinere Plattformen arbeiten bereits mit hauchdünnen Margen. Eine 85-fache Steigerung der Meldepflichten könnte sie zwingen, Dutzende neuer Compliance-Mitarbeiter einzustellen oder teure automatisierte Screening-Software zu lizenzieren – oder einfach zu schließen.

Der Compliance-Engpass

Auch die größeren Börsen wie Upbit und Bithumb sind besorgt über die betriebliche Belastung. Ihre Compliance-Teams bearbeiten derzeit einige hunderttausend Meldungen pro Jahr. Ein Sprung auf Millionen würde eine komplette Überarbeitung der internen Systeme erfordern, einschließlich Echtzeit-Transaktionsüberwachung, KI-basiertem Risikoscoring und Integration in das Einreichungsportal der KoFIU – nichts davon ist billig oder schnell umsetzbar.

Ein häufiges Problem: Falschpositive. Wenn die Regeln zu weit gefasst sind, könnten die Börsen die Aufsichtsbehörden mit qualitativ minderwertigen Meldungen überschwemmen und beide Seiten in Rauschen ersticken. Das würde den Zweck der AML-Durchsetzung untergraben.

Was als Nächstes kommt

Der Vorschlag liegt noch als Entwurf vor. Eine öffentliche Kommentierungsfrist läuft bis Mitte Juni, und die Financial Services Commission wird voraussichtlich bis September eine endgültige Fassung veröffentlichen. Branchenverbände setzen sich intensiv für eine schrittweise Einführung ein – vielleicht zunächst eine 10-fache Steigerung, dann eine allmähliche Ausweitung – aber bisher zeigen sich die Regulierungsbehörden unnachgiebig.

Sollten die Regeln wie vorgeschrieben verabschiedet werden, hätten die Börsen etwa sechs Monate Zeit, um sie umzusetzen. Für diejenigen, die dazu nicht in der Lage sind, könnte die Wahl drastisch ausfallen: Fusion mit einem größeren Akteur, Wechsel zu einer nicht-koreanischen Lizenz oder Schließung. Südkoreas Krypto-Landschaft steht vor einer deutlichen Verkleinerung – oder einer massiven Verteuerung.