Der Clarity Act, ein parteiübergreifender Gesetzesentwurf zur Schaffung regulatorischer Ordnung auf den Märkten für digitale Vermögenswerte, könnte in dieser Sitzungsperiode an eine Grenze stoßen – nicht aufgrund politischer Opposition gegen das Gesetz selbst, sondern aufgrund von Ethikfragen, die um Donald Trumps sich vertiefende Verbindungen zur Kryptoindustrie ranken. Abgeordnete beider Seiten haben hinter den Kulissen signalisiert, dass die Kontroverse die Dynamik für eine Maßnahme bremsen könnte, die als einer der vielversprechendsten Wege zu stabilen bundesstaatlichen Krypto-Regeln galt.
Was der Clarity Act bewirken würde
Der Gesetzesentwurf, der mit Unterstützung von Mitgliedern beider Parteien eingebracht wurde, zielt darauf ab, klare Grenzen zu ziehen: welche digitalen Vermögenswerte als Wertpapiere gelten, welche als Commodities und wie Börsen sich registrieren sollen. Befürworter argumentieren, dass er das derzeitige Flickwerk aus Durchsetzungsmaßnahmen durch einen einheitlichen bundesstaatlichen Rahmen ersetzen würde, der Projekten und Investoren eine berechenbare rechtliche Grundlage bietet. Der Entwurf hatte bereits Ausschussdynamik gewonnen und sollte allgemein erwartet diesen Sommer ins Plenum kommen.
Die Trump-Ethikfrage
Trumps Geschäftsaktivitäten haben sich im vergangenen Jahr aggressiv in den Krypto-Bereich bewegt, von NFT-Sammlungen bis zu einem gemeldeten Anteil an einer großen Handelsplattform. Das bringt die Abgeordneten in eine unangenehme Lage: über ein Gesetz abzustimmen, das direkt den finanziellen Interessen eines Ex-Präsidenten dienen könnte. Ethikwächter haben Alarm wegen Interessenkonflikten geschlagen, und mehrere Kongressbüros haben das Problem intern gemeldet. Eine formelle Ethikuntersuchung wurde nicht eingeleitet, aber die Wolke reicht aus, um die Gesetzesuhr zu verlangsamen.
Parteiübergreifende Unterstützung in Gefahr
Der Clarity Act war nie ein parteipolitischer Selbstläufer – er erforderte sorgfältige Verhandlungen zwischen kryptofreundlichen Republikanern und Demokraten, die Verbraucherrisiken fürchteten. Der Trump-Faktor spaltet diese Koalition. Einige Republikaner, die den Entwurf unterstützt hatten, sind nun vorsichtig, dem Ex-Präsidenten einen politischen Erfolg zu bescheren. Einige Demokraten, die unentschlossen waren, sehen den Ethikaspekt als Grund, ihre Unterstützung zurückzuziehen. Die Hauptsponsoren des Gesetzes haben sich nicht öffentlich geäußert, aber Mitarbeiter beschreiben die Stimmung als „festgefahren“.
Was als Nächstes passiert
Das House Financial Services Committee hat seit dem Aufkommen der Ethikbedenken keine Anhörung zum Clarity Act angesetzt. Eine Abstimmung vor der Septemberpause erscheint nun unwahrscheinlich. Wenn das Gesetz vollständig ins Stocken gerät, steht der Branche ein weiteres Jahr der Unsicherheit bevor – und die nächste Gelegenheit für bundesstaatliche Krypto-Gesetzgebung könnte erst nach der Wahl 2028 kommen. Das ist eine lange Wartezeit für eine Branche, die jetzt Regeln will.




