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Spaniens Glücksspielaufsicht leitet Verfahren gegen Polymarket und Kalshi ein

Spaniens Glücksspielaufsicht leitet Verfahren gegen Polymarket und Kalshi ein

Die spanische Glücksspielaufsicht hat Sanktionsverfahren gegen zwei große Vorhersagemarkt-Plattformen eingeleitet und vorsorgliche Sperren angeordnet, während sie prüft, ob diese gegen die Glücksspielgesetze des Landes verstoßen haben. Die Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ) veröffentlichte Bekanntmachungen im offiziellen Staatsanzeiger, dem Boletín Oficial del Estado, die sich gegen Polymarket und Kalshi richten. Der Schritt stellt beide Plattformen in Spanien sofort unter Einschränkungen, während die Vereinigten Staaten einen deutlich anderen Ansatz gegenüber derselben Branche verfolgen.

Warum die DGOJ eingeschritten ist

Die DGOJ erklärte, sie vermute, dass Polymarket und Kalshi möglicherweise als nicht lizenzierte Glücksspieldienste tätig sind. Nach dem spanischen Glücksspielgesetz benötigt jede Plattform, die es Nutzern erlaubt, auf Ereignisausgänge zu wetten – darunter politische Wahlen, Sportergebnisse oder Finanzindikatoren – eine vorherige Genehmigung. Keines der beiden Unternehmen besitzt eine spanische Lizenz. Die vorsorglichen Sperren bedeuten, dass spanische Nutzer die Websites während der Dauer der Untersuchung nicht aufrufen können. Die Regulierungsbehörde nannte keinen Zeitplan für eine endgültige Entscheidung.

Was die Sperrverfügung abdeckt

Die im offiziellen Staatsanzeiger veröffentlichten Bekanntmachungen legten nicht genau fest, wie die Sperren durchgesetzt werden – ob über Internetdienstanbieter oder Zahlungsabwickler. Die verwendete Sprache deutet jedoch darauf hin, dass die DGOJ beabsichtigt, den Zugang auf mehreren Ebenen zu unterbinden. Polymarket und Kalshi sind in den letzten Jahren schnell gewachsen und ziehen Nutzer an, die auf alles von US-Wahlergebnissen bis hin zu Zinsentscheidungen der Federal Reserve wetten. In Spanien läuft dieses Wachstum nun direkt gegen strenge Glücksspielregeln, die Vorhersagemärkte wie Casinospiele oder Sportwetten behandeln.

Ein zunehmender europäischer Durchsetzungsdruck

Spanien handelt nicht allein. Regulierungsbehörden in ganz Europa verschärfen die Kontrolle von Vorhersagemärkten und argumentieren, dass sie als Glücksspiel unter anderem Namen fungierten. Die französische Glücksspielbehörde hat ähnliche Schritte gegen nicht lizenzierte Betreiber unternommen. Der europäische Trend steht in scharfem Kontrast zu den USA, wo Gerichte und die Commodity Futures Trading Commission noch darüber debattieren, ob diese Plattformen als Spiele oder Finanzderivate einzustufen sind. Diese Divergenz bedeutet, dass Unternehmen wie Polymarket und Kalshi einem Flickenteppich rechtlicher Regelungen gegenüberstehen – in einigen Rechtsordnungen verboten, in anderen geduldet.

Was als Nächstes für die Plattformen kommt

Beide Unternehmen können während des Sanktionsverfahrens auf die Vorwürfe der DGOJ reagieren. Sollte die Regulierungsbehörde zu dem Schluss kommen, dass sie gegen das Gesetz verstoßen haben, könnte sie Geldstrafen oder dauerhafte Sperren verhängen. Vorerst bleibt die vorsorgliche Maßnahme in Kraft. Die DGOJ hat keine Frist für den Abschluss der Untersuchung gesetzt. Spanische Nutzer, die Wetten auf bevorstehende Wahlen oder Sportereignisse platzieren möchten, müssen andere Möglichkeiten finden – zumindest bis die Regulierungsbehörde entscheidet, ob das Modell von Polymarket und Kalshi als Glücksspiel gilt.