Alphabet veröffentlicht heute nach Börsenschluss die Ergebnisse des zweiten Quartals. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 116,8 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von etwa 21 % im Jahresvergleich – und einen Gewinn von etwa 2,89 US-Dollar pro Aktie. Das Unternehmen hat die Gewinnerwartungen mehrere Quartale in Folge übertroffen, aber seine Aktie ist vor der Veröffentlichung von den Höchstständen im Mai zurückgegangen.
Warum das Cloud-Geschäft wichtiger denn je ist
Google Cloud wuchs im letzten Quartal um 63 % im Jahresvergleich, das schnellste Wachstum unter den großen Cloud-Anbietern. Der Gesamtumsatz des Unternehmens stieg im Vorquartal um 22 % auf 109,8 Milliarden US-Dollar, und die Gewinnmarge der Cloud-Sparte hat sich fast verdoppelt. Der Auftragsbestand der Cloud liegt bei rund 460 Milliarden US-Dollar, was auf bereits gebuchte Umsätze für Jahre hinweist. Investoren wollen sehen, dass sich dieser Auftragsbestand in tatsächliche Gewinne umwandelt.
Die 190-Milliarden-Dollar-Frage: KI-Investitionen
Alphabet hat für 2026 Investitionsausgaben von 180 bis 190 Milliarden US-Dollar angekündigt, hauptsächlich für Rechenzentren und KI-Chips. Um den KI-Ausbau zu finanzieren, hat das Unternehmen frisches Eigenkapital aufgenommen – und damit eine jahrzehntealte Gewohnheit gebrochen, das Wachstum intern zu finanzieren. Der Markt will den Beweis, dass sich diese Ausgaben in dauerhafte Gewinne verwandeln und nicht nur in höhere Kosten. Alphabets eigene KI-Chips, sogenannte Tensor Processing Units, werden jetzt auch an externe Kunden verkauft, was eine potenzielle neue Einnahmequelle darstellt.
Suchwerbung unter dem KI-Mikroskop
Suchwerbung bleibt das größte Geschäft von Alphabet. Investoren wollen die Zusicherung, dass KI-generierte Suchzusammenfassungen die traditionellen Werbeeinnahmen nicht schmälern. Einige Wall-Street-Analysten haben von Meta-Aktien in Google-Aktien umgeschichtet und setzen auf Alphabets Cloud- und Chip-Geschäft für klarere KI-Gewinne. Die pessimistische Sicht umfasst jedoch Bedenken hinsichtlich einer langsamen Gewinnumsetzung und möglicher Verzögerungen beim Gemini-Rollout.
Was bei der Ergebnis-Telefonkonferenz zu beachten ist
Zu den wichtigsten Faktoren, die bei der Ergebnis-Telefonkonferenz zu beachten sind, gehören die Aussagen des Managements zu Investitionsausgaben, zur Umwandlung des Cloud-Auftragsbestands und zum Gemini-Zeitplan. Der Nettogewinn im Vorquartal wurde teilweise durch nicht realisierte Gewinne an Beteiligungen wie SpaceX getrieben, daher werden Investoren nach operativer Stärke Ausschau halten. Die Ergebnis-Telefonkonferenz ist für heute später angesetzt, und der Markt wird auf Einzelheiten achten, wie Alphabet seine KI-Investitionen in dauerhafte Gewinne umwandeln will.




