Loading market data...

Gold fällt, da Wetten auf Fed-Zinserhöhungen steigen; Brent-Öl über $100

Gold fällt, da Wetten auf Fed-Zinserhöhungen steigen; Brent-Öl über $100

Die Goldpreise fielen am Dienstag, da Händler eine höhere Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen der Federal Reserve einpreisten, während Brent-Rohöl erstmals seit Wochen wieder über 100 Dollar pro Barrel stieg. Diese Bewegungen erfolgen vor dem Hintergrund sich ändernder Erwartungen an die Geldpolitik und anhaltender Angebotssorgen an den Energiemärkten.

Warum Gold fällt

Spotgold fiel um etwa 1,5 % auf rund 1.950 Dollar pro Unze – der größte Tagesrückgang seit einem Monat. Der Auslöser: stärker als erwartete US-Arbeitsmarktdaten und hawkische Kommentare von Fed-Vertretern, die zusammen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt auf der nächsten Sitzung auf über 60 % steigen ließen. Höhere Zinsen machen das renditelose Gold weniger attraktiv.

Der Dollar-Index stieg um 0,4 %, da die Wetten auf Zinserhöhungen zunahmen, was zusätzlichen Druck auf Gold ausübte. Anleger wechselten aus dem sicheren Hafen Gold in kurzfristige Staatsanleihen, deren Renditen erstmals seit Monaten wieder eine reale Rendite bieten.

Öl-Rallye setzt sich fort

Brent-Rohöl, der globale Benchmark, stieg im asiatischen Handel auf über 100,50 Dollar pro Barrel und verlängerte damit eine Rallye, die in zwei Wochen fast 15 % zugelegt hat. Grund dafür sind Angebotskürzungen der OPEC+, die die physischen Märkte verknappen, sowie Anzeichen einer Erholung der chinesischen Nachfrage.

Analysten mehrerer großer Banken haben ihre Ölprognosen für das Jahresende angehoben und verweisen auf die Kombination aus freiwilligen Produktionskürzungen und robuster Nachfrage. Die 100-Dollar-Marke gilt als psychologische Schwelle, die weitere spekulative Käufe anziehen könnte.

Die 10.000-Dollar-Wette auf Gold

Trotz des aktuellen Ausverkaufs zeigt ein von Kalshi betriebener Vorhersagemarkt eine Wahrscheinlichkeit von 3,9 %, dass Gold bis Dezember 10.000 Dollar pro Unze erreicht. Das ist zwar eine sehr geringe Chance, aber der Kontrakt verzeichnete in den letzten Tagen ein gestiegenes Volumen, da einige Händler gegen ein Tail-Risk-Szenario absichern, das eine starke Abwertung des Dollars oder eine systemische Finanzkrise beinhaltet.

Der Markt impliziert, dass Gold sich in weniger als acht Monaten mehr als verdoppeln müsste – ein Schritt ohne historisches Vorbild außerhalb von Hyperinflationsphasen. Dennoch spiegelt die bloße Existenz einer messbaren Wahrscheinlichkeit die anhaltende Verunsicherung in manchen Marktsegmenten wider.

Vorerst bleibt die dominierende Erzählung der nächste Schritt der Fed. Die Juli-Sitzung der Zentralbank wird genau beobachtet werden, um Hinweise auf das Tempo der Straffung zu erhalten. Wenn die Zinserhöhungen fortgesetzt werden, könnte Gold die Unterstützung bei etwa 1.900 Dollar testen. Sollte die Fed jedoch nachgeben, könnte das Metall wieder Halt finden.