Die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Zinsen während des gesamten Jahres 2026 unverändert lässt, ist auf der Vorhersageplattform Polymarket auf 84 % gestiegen, da ein breiter Aktienverkauf und steigende Ölpreise den Weg der Zentralbank erschweren. Inzwischen deuten die Fed-Futures auf eine mögliche Zinserhöhung bereits im September hin.
Zinserhöhungsgerüchte kehren zurück
Die Renditen von Staatsanleihen stiegen, als die Händler ihre Erwartungen anpassten. Die Verschiebung bei den Fed-Futures – die nun eine mögliche Zinserhöhung im September einpreisen – stellt eine deutliche Kehrtwende gegenüber dem Jahresbeginn dar, als die Märkte auf mehrere Zinssenkungen setzten. Der Ausverkauf an den US-Aktienmärkten beschleunigte sich diese Woche, wobei die wichtigsten Indizes nachgaben, während die Anleger ihre Aussichten neu bewerteten.
Ölpreise steigen aufgrund von Schlagzeilen aus dem Nahen Osten
Die Ölpreise stiegen stark an, nachdem neue Schlagzeilen über erneute Konflikte im Nahen Osten aufkamen. Der Anstieg verstärkt die Bedenken, dass die Energiekosten in die breitere Inflation einfließen könnten, was der Fed einen weiteren Grund gibt, die Zinsen stabil zu halten – oder sogar zu erhöhen. Die Aufwärtsbewegung beim Rohöl erfolgte, als die geopolitischen Risikoprämien an den Markt zurückkehrten.
Was der Anleihemarkt sagt
Die Rendite der zweijährigen Treasury-Anleihe, die empfindlich auf die Erwartungen an die Fed-Politik reagiert, stieg, als die Händler ihre Wetten auf eine baldige Lockerung reduzierten. Der breite Ausverkauf bei Anleihen trieb die Renditen über die gesamte Kurve hinweg nach oben, was einen Markt widerspiegelt, der nun eine restriktivere Zentralbank einpreist. Der Wandel war abrupt: Noch vor wenigen Wochen herrschte Konsens über eine Zinssenkung bis Mitte 2025.
Die Polymarket-Wette
Polymarket, eine dezentrale Vorhersageplattform, zeigt nun eine Wahrscheinlichkeit von 84 %, dass die Fed im Jahr 2026 zu keinem Zeitpunkt die Zinsen senken wird. Das ist ein Anstieg von etwa 50 % vor einem Monat. Die Nutzer der Plattform wetten im Grunde darauf, dass die Wirtschaft zu heiß bleibt – oder die Inflation zu klebrig –, als dass die Fed lockern könnte. Die restlichen 16 % verteilen sich auf verschiedene Szenarien, darunter eine oder mehrere Zinssenkungen.
Der nächste große Test für die Märkte steht mit der Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex in der kommenden Woche an. Ein heißer Wert könnte die Zinserhöhungserzählung untermauern; ein kühler könnte die Hoffnung auf eine Senkung später im Jahr wiederbeleben.




