Die Bank of England bereitet sich darauf vor, die Obergrenze von 20.000 Pfund für den Besitz von Stablecoins durch Einzelpersonen aufzuheben, und gibt damit der anhaltenden Kritik aus der Kryptoindustrie und von Gesetzgebern nach. Die Kehrtwende, die in den kommenden Wochen formalisiert werden soll, würde einen der umstrittensten Punkte des britischen Rahmens für digitale Vermögenswerte beseitigen – und London einen neuen Vorteil im globalen Wettbewerb um Kryptogeschäfte verschaffen.
Warum die Obergrenze auf Kritik stieß
Branchenverbände hatten gewarnt, dass die 20.000-Pfund-Grenze Privatanwender in unregulierte Offshore-Plattformen treiben und große Stablecoin-Emittenten davon abhalten würde, im Vereinigten Königreich tätig zu werden. Kritiker argumentierten, die Obergrenze sei willkürlich, es fehle an Belegen für einen Verbrauchernutzen und sie widerspreche dem erklärten Ziel der Regierung, Großbritannien zu einem Krypto-Hub zu machen. Die eigene Konsultation der Bank stieß sowohl bei Start-ups als auch bei etablierten Finanzfirmen auf scharfe Ablehnung, die sagten, die Grenze würde Innovationen abwürgen, bevor der Markt überhaupt reif sei.
Was die Änderung signalisiert
Die Abschaffung der Obergrenze bedeutet nicht, dass die Bank die Zügel locker lässt – sie plant weiterhin, Stablecoin-Emittenten unter einem maßgeschneiderten Regime zu regulieren, das sich auf Reservetransparenz, Rücknahmerechte und Systemrisiken konzentriert. Aber die Entscheidung, die Besitzobergrenze aufzugeben, deutet darauf hin, dass die Regulierungsbehörden auf reales Feedback hören, anstatt theoretische Leitplanken aufzuerlegen. Für internationale Krypto-Unternehmen, die abwägen, wo sie sich niederlassen sollen, beseitigt die Änderung ein großes Hindernis. Das Vereinigte Königreich hat bereits Unternehmen wie Coinbase und Circle in seine Lizenzierungspipeline aufgenommen; eine flexiblere Stablecoin-Politik könnte diesen Trend beschleunigen.
Was als Nächstes passiert
Die Bank wird voraussichtlich innerhalb des nächsten Monats aktualisierte Leitlinien oder eine überarbeitete politische Erklärung veröffentlichen, obwohl noch kein genaues Datum festgelegt wurde. Das Finanzministerium, das den breiteren regulatorischen Fahrplan für Kryptos vorangetrieben hat, hat seine Unterstützung für den Schritt signalisiert. Fürs Erste ist die Botschaft an den Markt klar: London will Stablecoin-Geschäfte – jedoch unter seinen eigenen Regeln.




