Nordkorea hat im Jahr 2025 Kryptowährungen im Wert von 2,06 Milliarden US-Dollar gestohlen – das sind 60 % jedes Dollars, der weltweit durch Krypto-Hacks verloren ging, so ein neuer Bericht der Blockchain-Sicherheitsfirma CertiK. Die gestohlenen Gelder werden dem Bericht zufolge zur Finanzierung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms verwendet.
Die Bilanz für 2025
Laut CertiK-Daten beliefen sich die weltweiten Verluste durch Krypto-Hacks im vergangenen Jahr auf rund 3,43 Milliarden US-Dollar. Nordkoreas Anteil – mehr als zwei Drittel davon – übertrifft jede andere einzelne Diebstahlsquelle bei weitem. Die Zahl markiert eine deutliche Eskalation gegenüber den Vorjahren, obwohl der Bericht nicht genau aufschlüsselt, welche Hacks dem Regime zugeschrieben werden.
Finanzierung eines Atomprogramms
Der Zusammenhang zwischen Krypto-Diebstahl und Pjöngjangs Waffenambitionen ist nicht neu, wohl aber das Ausmaß. UN-Beobachter und westliche Geheimdienste warnen seit langem, dass Nordkorea Cyberkriminalität nutzt, um internationale Sanktionen zu umgehen. Mit 2,06 Milliarden US-Dollar in einem einzigen Jahr ist die Krypto-Pipeline zu einer wichtigen Einnahmequelle für das Regime von Kim Jong Un geworden. Das Geld fließt direkt in die Entwicklung von Raketen und Sprengköpfen, heißt es in dem Bericht.
Die wachsende Herausforderung
Für die Krypto-Branche sind die Zahlen eine deutliche Erinnerung daran, dass staatlich unterstützte Akteure immer raffinierter werden. Anders als kleinere, gewinnorientierte Hackergruppen sind Nordkoreas Operationen systematisch und zielen oft auf Börsen, DeFi-Protokolle und Cross-Chain-Brücken ab. Sicherheitsfirmen und Aufsichtsbehörden haben Mühe, Schritt zu halten. Der CertiK-Bericht nennt keine konkreten Opfer, stellt aber fest, dass die durchschnittliche Schadenshöhe bei Hacks zunimmt.
Der Zeitpunkt ist ungünstig. Die Branche steht bereits unter Druck durch strengere Regeln in den USA und Europa, und ein Diebstahl von 2 Milliarden US-Dollar, der mit einem Atomstaat in Verbindung steht, macht die Argumente für eine strengere Überwachung kaum ignorierbar.
Die Ergebnisse von CertiK dürften in die laufenden Diskussionen bei der Financial Action Task Force und unter den G7-Staaten einfließen, wie gestohlene Kryptowährungen im Zusammenhang mit Sanktionsumgehungen aufgespürt und eingefroren werden können. Vorerst bleibt das Loch von 2,06 Milliarden US-Dollar weitgehend ungeschlossen. Es wurden keine größeren Festnahmen oder Vermögensbeschlagnahmungen im Zusammenhang mit den Diebstählen von 2025 bekannt gegeben.




