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Seouls Polizei durchsucht Bithumb-Zentrale zum zweiten Mal im Korruptionsverfahren

Seouls Polizei durchsucht Bithumb-Zentrale zum zweiten Mal im Korruptionsverfahren

Die Polizei in Seoul durchsuchte im Mai 2025 zum zweiten Mal die Zentrale von Bithumb. Damit vertieft sich die Korruptionsermittlung gegen den unabhängigen Abgeordneten Kim Byung-ki, in deren Zusammenhang auch die Einstellung seines Sohnes untersucht wird. Die Ermittlungen, die nach Kims mutmaßlichem Versuch, seinen Sohn Ende 2024 an der Börse unterzubringen, begannen, umfassen inzwischen 13 Verdachtsmomente, darunter Bestechung im Zusammenhang mit Nominierungen. Bithumb, die zweitgrößte Krypto-Börse Südkoreas, betont, man habe die üblichen Einstellungsverfahren eingehalten und keine Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Wie es zur Einstellung kam

Kim Byung-ki soll zwischen September und November 2024 mehrfach die Einstellung seines Sohnes gefordert haben. Der Sohn trat seine Stelle bei Bithumb im Januar 2025 an und arbeitete dort rund sechs Monate. Nach Angaben der Polizei erfolgten die Forderungen vor seinem Arbeitsbeginn. Die Durchsuchung im Mai 2025 war Teil der laufenden Ermittlungen zu politischer Einflussnahme.

13 Verdachtsmomente, keine Anklage

Der Fall umfasst inzwischen 13 mutmaßliche Straftaten mit Schwerpunkt auf Korruption und Bestechung im Nominierungsverfahren. Kim wurde innerhalb von neun Monaten siebenmal vorgeladen. Bisher haben die Staatsanwälte jedoch noch keine formelle Anklage erhoben. Diese lange Verfahrensdauer ist selbst für komplexe Wirtschaftsstrafsachen ungewöhnlich.

Bithumbs Verteidigung

Die Börse hält daran fest, dass die Einstellung nach standardisierten Verfahren erfolgt sei und intern keine Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Bithumb erklärte öffentlich, alle Entscheidungen seien auf normalem Wege getroffen worden. Die Polizei überprüft nun die internen Unterlagen auf Übereinstimmung mit diesen öffentlichen Aussagen. Der Konflikt dreht sich darum, ob die Personalakten mit dem übereinstimmen, was das Unternehmen der Öffentlichkeit mitgeteilt hat.

Muster von Regulierungsproblemen

Bithumb hatte bereits in den Vorjahren wiederholt mit regulatorischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Steuerprüfungen, Betrugsermittlungen und Untersuchungen wegen Untreue trafen die Plattform schon früher. Die jüngste Durchsuchung setzt dieses Muster für Südkoreas zweitgrößte Krypto-Börse fort. Die kumulative Wirkung lässt bei Branchenbeobachtern zunehmend Zweifel an der Compliance-Bilanz der Plattform aufkommen.

Die Ermittler prüfen nun die internen Personalakten von Bithumb, um festzustellen, ob diese mit den öffentlichen Aussagen des Unternehmens übereinstimmen. Diese Überprüfung könnte bis Ende Juli darüber entscheiden, ob gegen den Abgeordneten oder die Börse formelle Anklage erhoben wird.