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Terraform Labs verklagt Jane Street wegen angeblichen Insiderhandels beim UST-Crash

Terraform Labs verklagt Jane Street wegen angeblichen Insiderhandels beim UST-Crash

Der Insolvenzverwalter von Terraform Labs hat Jane Street vor Gericht gebracht und wirft dem Handelsunternehmen vor, über eine private Telegram-Gruppe und vertrauliche Informationen seine Bestände an TerraUSD (UST) Stablecoins nur Stunden vor dem Zusammenbruch des Ökosystems abgestoßen zu haben. Die Klage, die von Verwalter Todd Snyder im Februar am Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurde, behauptet, dass Jane Street, Mitbegründer Robert Granieri sowie die Händler Bryce Pratt und Michael Huang Insiderinformationen missbraucht und Marktpreise manipuliert haben – Maßnahmen, die laut Beschwerde die Entkopplung von UST und die darauffolgende Todesspirale des Terra-Ökosystems ausgelöst haben.

Die geheime Telegram-Gruppe

Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht ein privater Telegram-Chat mit dem Namen „Bryce's Secret“, der am 22. Februar 2022 erstellt wurde. Laut der Klageschrift gehörten der Gruppe Bryce Pratt – ein ehemaliger Terraform-Praktikant, der später bei Jane Street arbeitete – und zwei ehemalige Kollegen an, darunter der Leiter der Geschäftsentwicklung von Terraform. Pratt soll sich angeblich an seine Terraform-Kontakte gewandt haben, um „DeFi-Informationen“, Vermögenswerte, Strategien und Liquiditätsbedarf zu erfragen. Die Klage behauptet, dass Jane Street dadurch einen Marktvorteil gegenüber anderen Händlern hatte, die keinen Zugang zu solchem Insiderwissen hatten.

Die angebliche Handelsstrategie

Am 7. Mai 2022 verkaufte Jane Street laut Klageschrift seine rund 193 Millionen US-Dollar schwere UST-Position nahe dem Nennwert. Das Unternehmen ging dann angeblich sowohl bei UST als auch bei LUNA Leerverkäufe ein und wettete darauf, dass die Kurse fallen würden. Die Beschwerde besagt, dass diese Schritte auf Insiderinformationen beruhten und es Jane Street ermöglichten, Gewinne zu maximieren und Verluste zu vermeiden, während andere überrascht wurden. Laut der Klageschrift erzielte Jane Street zusätzliche 134 Millionen US-Dollar aus seinen Leerverkäufen von UST und LUNA – ein Gewinn, der erzielt wurde, während das Terra-Ökosystem zusammenbrach und Privatanleger ihre Ersparnisse verloren.

Jane Streets Verteidigung

Jane Street reichte im April einen Antrag auf Abweisung der Klage ein. Das Handelsunternehmen argumentiert, dass das eigene Management von Terraform für den Zusammenbruch verantwortlich sei, nicht Jane Street. Es behauptet, dass seine Transaktionen stattfanden, nachdem schädliche Informationen bereits öffentlich waren. Der Antrag zielt darauf ab, den Fall vor einem Prozess abzuweisen, und legt Snyder die Beweislast auf, dass der angebliche Insiderhandel – und nicht Terraforms eigene Entscheidungen – den Zusammenbruch verursacht hat.

Der Fall wartet nun auf eine Entscheidung des Gerichts über den Abweisungsantrag von Jane Street. Sollte die Klage fortgesetzt werden, könnte sie das Unternehmen zwingen, interne Kommunikationen offenzulegen und Licht darauf werfen, wie sich institutionelle Händler vor einem der spektakulärsten Fehlschläge der Kryptowelt positioniert haben.