Jefferies hat ein Kursziel von 290 Dollar für Arm Holdings festgelegt und setzt darauf, dass die starke Nachfrage nach der Vera-Architektur des Unternehmens den Chipdesigner tiefer in den KI-Infrastrukturboom treiben wird. Die Ankündigung erfolgt, während die Aktie von Arm in diesem Jahr bereits um mehr als 60 % gestiegen ist, angetrieben durch Erwartungen, dass seine Prozessordesigns alles von Rechenzentrumsservern bis hin zu Edge-Geräten, die KI-Workloads verarbeiten, antreiben werden.
Warum Vera für die Wette entscheidend ist
Jefferies-Analysten verwiesen insbesondere auf die starke Vera-Nachfrage als Katalysator für das bullische Kursziel. Vera ist Arms neuester Hochleistungskern, der entwickelt wurde, um AMD und Intel auf dem Servermarkt Konkurrenz zu machen. Die Chipindustrie hat sich nach energieeffizienten Alternativen zu herkömmlichen x86-Prozessoren gesehnt, und Arms Lizenzmodell – anstatt eigene Chips zu fertigen – verschafft ihm einen breiten Burggraben. Die Analysten sehen Vera als einen Schlüsselbaustein für Cloud-Anbieter, die Energiekosten senken und gleichzeitig die KI-Inferenzleistung steigern möchten.
KI-Infrastruktur hebt das gesamte Boot
Arms Fußabdruck in der KI-Infrastruktur erweitert sich über Smartphones hinaus bis hin zu Rechenzentren. Die Architektur des Unternehmens liegt bereits den M-Serie-Chips von Apple und den Graviton-Prozessoren von Amazon zugrunde, die beide für KI-Workloads verwendet werden. Jefferies erwartet, dass Arms Marktanteil und Umsatz durch den Bau kundenspezifischer Siliziumlösungen für KI einen deutlichen Schub erhalten werden. Das Unternehmen prognostiziert, dass KI-bezogene Lizenzabschlüsse und Lizenzgebührenströme in den nächsten Jahren Milliarden zu Arms Umsatz beitragen könnten.
Aber die Aktie ist nicht billig
Selbst mit dem Kursziel von 290 Dollar – etwa 30 % über dem aktuellen Niveau – werden Arm-Aktien zu einem hohen Aufschlag gehandelt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie liegt deutlich über dem Durchschnitt des Halbleitersektors, was einige Anleger verunsichert. Jefferies räumt in seinem Bericht die Bewertungsbedenken ein, argumentiert jedoch, dass Arms einzigartige Position als neutraler IP-Lieferant das Vielfache rechtfertigt. Das andere Risiko: Abhängigkeit. Arm ist für den Großteil seiner Einnahmen auf eine Handvoll großer Lizenznehmer angewiesen – darunter Apple, Qualcomm und Amazon. Sollte einer dieser Partner eigene Kerne entwickeln, könnte Arms Lizenzgebührenstrom einen Schlag erleiden.
Die Frage ist nun, ob Vera die Begeisterung in harte Zahlen umsetzen kann. Arm wird im nächsten Monat seine Quartalsergebnisse vorlegen, und die Anleger werden nach Updates zu Designgewinnen und Lizenzwachstum Ausschau halten. Sollte die Vera-Nachfrage so stark sein, wie Jefferies glaubt, könnte das Kursziel von 290 Dollar nicht die Obergrenze sein – doch wenn der KI-Ausgabenrausch nachlässt, wird die Bewertungsdebatte lauter.




