Die Märkte erlitten am 3. Juni einen schweren Schlag, nachdem Iran den internationalen Flughafen von Kuwait angegriffen hatte und die USA Selbstverteidigungsschläge auf die Insel Qeshm im Persischen Golf durchführten. Der S&P 500 fiel um 0,74 % und beendete damit eine neuntägige Gewinnserie, während der Dow um 620 Punkte verlor – der stärkste Tagesverlust seit Wochen. Die Ölpreise schossen in die Höhe, Energiewerte waren der einzige Sektor im Plus, und Bitcoin fiel auf 61.000 US-Dollar, wodurch gehebelte Krypto-Positionen im Wert von über einer Milliarde Dollar liquidiert wurden.
Was den Ausverkauf auslöste
Der geopolitische Auslöser kam aus zwei Richtungen. Der Iran traf den wichtigsten Flughafen Kuwaits, und das US-Zentralkommando bestätigte Angriffe auf die Insel Qeshm als Reaktion. Die Straße von Hormus – ein kritischer Engpass für den globalen Öltransport – war von Beeinträchtigungen betroffen, was Ängste vor anhaltendem Inflationsdruck schürte. Die Märkte weltweit schalteten auf defensive Positionierungen um, während der Konflikt eskalierte.
Wie sich die Indizes und Sektoren entwickelten
Alle drei großen US-Indizes schlossen tiefer. Der Dow gab um 1,21 % nach, der S&P 500 verlor 0,74 % und der Nasdaq fiel um 0,89 %. Broadcom brach um 13 % ein, CrowdStrike verlor 10 %, wodurch der Technologiesektor als Gruppe um 1,52 % fiel. Energiewerte stiegen um 1,38 % – der einzige Gewinner. Die S&P-500-Futures waren bereits am Vorabend um 0,5 % gefallen, und die Nasdaq-100-Futures gaben um 0,7 % nach.
Krypto gerät ins Kreuzfeuer
Bitcoin rutschte auf 61.000 US-Dollar ab und löste damit Krypto-Liquidationen im Gesamtwert von rund 1,66 Milliarden US-Dollar aus – eine brutale Bereinigung gehebelter Long-Positionen. Hinzu kam der Druck durch mit Mt. Gox verbundene Wallets, die 10.422 BTC im Wert von rund 739 Millionen US-Dollar an eine neue Adresse transferierten. Dieser Transfer verunsicherte bereits durch das makroökonomische Chaos angeschlagene Händler und ließ erneut Ängste vor einem Angebotsüberhang aufkommen – in einem Markt, der historisch empfindlich auf solche Freigabeereignisse reagiert.
Eine abgewogene Einschätzung eines Strategen
Nicht jeder ruft bereits den Höhepunkt aus. Keith Lerner, CIO bei Truist Wealth, bezeichnete den Rücksetzer als überfällig, betonte jedoch, dass die Fundamentaldaten solide blieben und der Bullenmarkt weiterhin von einer Vertrauensvorschuss profitiere. Ob dies Bestand hat, hängt stark davon ab, wie schnell sich die Lage im Persischen Golf entspannt – und falls Rohöl weiter steigt, wird es für Aktien und Krypto gleichermaßen schwer sein, festen Boden zu finden.
Das nächste konkrete Ereignis, das es zu beobachten gilt: ob die Straße von Hormus bis Ende der Woche wieder vollständig geöffnet ist und ob weitere Bewegungen von Mt. Gox-Wallets an Börsen erfolgen.




