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Samsung SDS baut Plattform für tokenisierte Wertpapiere für Koreas Zentralverwahrer

Samsung SDS baut Plattform für tokenisierte Wertpapiere für Koreas Zentralverwahrer

Samsung SDS hat einen Auftrag zum Aufbau einer Blockchain-Plattform für die Korea Securities Depository (KSD), den zentralen Wertpapierverwahrer des Landes, erhalten. Die Plattform wird tokenisierte Wertpapiere verwalten und damit die Infrastruktur vor dem aktualisierten Regulierungsrahmen für digitale Vermögenswerte in Südkorea schaffen, der 2027 in Kraft tritt.

Was die Plattform leisten wird

Das System ist für die Emission, den Handel und die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere ausgelegt – also Aktien oder Anleihen, die als digitale Token auf einer Blockchain dargestellt werden. Samsung SDS, die IT- und Blockchain-Sparte des Samsung-Konglomerats, wird das zugrunde liegende Ledger und die Integration in die bestehende Post-Trade-Infrastruktur der KSD entwickeln. Die KSD selbst fungiert als zentraler Knotenpunkt für Clearing und Abwicklung in den koreanischen Kapitalmärkten.

Warum 2027 wichtig ist

Südkorea hat sich bei der Regulierung digitaler Wertpapiere bewusst Zeit gelassen. Die Regierung plant, das Kapitalmarktgesetz zu ändern, um tokenisierte Wertpapiere formell anzuerkennen und Lizenzregeln für Emittenten und Plattformen festzulegen. Diese Änderung wird für 2027 erwartet. Indem KSD jetzt mit der Arbeit beginnt, stellt sie sicher, dass die technische Infrastruktur bereit ist, bevor das Gesetz in Kraft tritt. Das Timing ist kein Zufall – frühe Vorreiter in anderen Jurisdiktionen, von Singapur bis in die Schweiz, haben gezeigt, dass die Infrastruktur oft hinter der Regulierung hinterherhinkt.

Details zum Deal

Samsung SDS bringt Erfahrung mit Enterprise-Blockchain aus früheren Projekten mit koreanischen Banken und Logistikunternehmen mit. Für diesen Auftrag wird das Unternehmen voraussichtlich seine eigene Nexledger-Plattform nutzen – eine permissionierte Blockchain, die für Hochdurchsatz-Finanzanwendungen optimiert ist. Der Deal wurde nicht öffentlich bewertet, aber er signalisiert, dass KSD tokenisierte Wertpapiere als Kernbestandteil seiner Zukunft und nicht als Experiment betrachtet.

Der Verwahrer betreibt auch Koreas bestehendes elektronisches Wertpapiersystem, sodass es sich nicht um eine komplette Neuentwicklung handelt. Die neue Plattform wird wahrscheinlich parallel laufen und zunächst nur tokenisierte Instrumente verwalten. Im Laufe der Zeit werden Regulierungsbehörden und Marktteilnehmer entscheiden, wie viel des Altsystems migriert wird.

KSD und Samsung SDS haben über die regulatorische Frist 2027 hinaus keinen Zeitplan bekannt gegeben. Der Aufbau einer produktionsreifen Blockchain-Plattform für einen zentralen Wertpapierverwahrer dauert jedoch in der Regel 12 bis 18 Monate. Das bedeutet, dass Tests und Pilotstarts bereits Ende 2026 beginnen könnten. Die eigentliche Frage ist, ob Koreas Broker und Vermögensverwalter rechtzeitig ihre eigenen Systeme bereit haben, um an die neuen Schienen der KSD anzudocken.