Eine Koalition von 40 Generalstaatsanwälten US-amerikanischer Bundesstaaten wehrt sich gegen die bundesstaatliche Aufsicht über sportbezogene Prognosemärkte. Sie argumentieren, dass die Verträge als Wetten fungieren und daher von den Bundesstaaten reguliert werden sollten, nicht von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). In einem diese Woche eingereichten Schreiben behaupten die Generalstaatsanwälte, dass Produkte, die es Nutzern ermöglichen, auf Gewinner, Punktdifferenzen, Gesamtpunktzahlen und Spielerstatistiken zu wetten, im Wesentlichen Sportwetten seien, kein Rohstoffhandel.
Ein Kampf um die Zuständigkeit
Der Streit dreht sich um die Frage, wer Prognosemärkte überwachen darf – Online-Plattformen, auf denen Menschen Geld auf Ergebnisse setzen, etwa ob eine Mannschaft die Punktdifferenz abdeckt oder ein Spieler eine bestimmte Anzahl von Punkten erzielt. Die CFTC hat erwogen, diese Verträge als Ereigniskontrakte im Rahmen ihrer Zuständigkeit zu klassifizieren, doch die Staatsvertreter sagen, dass dieser Ansatz die staatlichen Glücksspielgesetze umgeht. Sie argumentieren, dass die Verträge nicht von traditionellen Sportwetten zu unterscheiden seien, die von lizenzierten Wettbüros angeboten werden und die die Bundesstaaten seit Jahrzehnten regulieren.
„Diese Verträge sind Wetten, ganz einfach“, schrieben die Generalstaatsanwälte in ihrer Eingabe, die keinem einzelnen Amtsträger öffentlich zugeschrieben wurde. Die Gruppe, der sowohl republikanische als auch demokratische Generalstaatsanwälte angehören, besteht darauf, dass ein Eingreifen der CFTC die staatlichen Verbraucherschutzmaßnahmen untergraben und ein Flickwerk an Bundesvorschriften schaffen würde, das staatliche Verbote von Sportwetten umgehen könnte.
Was als Wette zählt
Der Kern des Arguments ist eine rechtliche Definition. Nach dem Commodity Exchange Act überwacht die CFTC Futures und Optionen, während staatliche Glücksspielaufsichtsbehörden Wetten auf bedingte Ereignisse beaufsichtigen. Die Generalstaatsanwälte sagen, dass es sich nicht um ein Finanzinstrument handelt, wenn ein Prognosemarkt einen Vertrag über die genauen Lauf-Yards eines Spielers oder die Punktdifferenz eines NFL-Spiels anbietet – es ist Glücksspiel. Sie weisen darauf hin, dass viele dieser Märkte die gleichen Angebote wie regulierte Wettbüros widerspiegeln, nur ohne die staatlichen Lizenzen, Steuern und Altersbeschränkungen.
Dieser Schritt erfolgt, während Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket an Popularität gewonnen haben und die Aufmerksamkeit von Bundesregulierungsbehörden und Gesetzgebern auf sich ziehen. Die CFTC hat bereits gegen einige Plattformen vorgegangen, aber die Behörde hat auch erwogen, Regeln vorzuschlagen, die bestimmte Ereigniskontrakte zulassen würden. Die Eingabe der Bundesstaaten soll diesen Weg blockieren.
Wie es weitergeht
Die CFTC hat noch nicht öffentlich auf das Schreiben reagiert. Die Behörde erwägt noch, ob sie eine formelle Leitlinie oder eine Regelung zu sportbezogenen Ereigniskontrakten erlassen soll. Sollte sie voranschreiten, könnten die Generalstaatsanwälte diese Maßnahme vor Gericht anfechten und argumentieren, dass die Behörde ihre Befugnisse überschritten habe. Vorerst übt das Schreiben Druck auf die Kommission aus, entweder den Bundesstaaten den Vortritt zu lassen oder sich auf einen Rechtsstreit darüber vorzubereiten, wer entscheidet, was als Wette gilt.



