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Stripe und Advent legen 53-Milliarden-Dollar-Angebot für PayPal vor

Stripe und Advent legen 53-Milliarden-Dollar-Angebot für PayPal vor

Stripe, der Zahlungsabwickler, hat gemeinsam mit der Private-Equity-Gesellschaft Advent International ein Angebot in Höhe von 53 Milliarden Dollar für PayPal vorgelegt. Das Angebot, das zu den größten in der Fintech-Geschichte zählen würde, ist bisher auf Zurückhaltung seitens der Führung von PayPal gestoßen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.

Die Höhe des Angebots

Der Preis von 53 Milliarden Dollar stellt eine erhebliche Prämie gegenüber dem aktuellen Marktwert von PayPal dar. Das Unternehmen, das 2015 von eBay abgespalten wurde, hat in den letzten Jahren einen Kursrückgang erlebt, da der Wettbewerb durch neuere Akteure wie Stripe selbst zugenommen hat. Stripe, das in seiner letzten privaten Finanzierungsrunde mit rund 65 Milliarden Dollar bewertet wurde, müsste erhebliche Schulden und Eigenkapital aufnehmen, um den Deal abzuschließen. Advent, bekannt für große Übernahmen, würde wahrscheinlich einen Teil der Finanzierung bereitstellen.

Warum PayPal zögert

Der Vorstand und das Management von PayPal haben das Angebot nicht formell abgelehnt, aber sie haben sich nur zögerlich darauf eingelassen. Die Führung des Unternehmens könnte darauf setzen, dass der eigene Sanierungsplan – einschließlich der Bemühungen, in den Offline-Zahlungsverkehr und die Kreditvergabe an kleine Unternehmen zu expandieren – den Aktienkurs über das Angebotsniveau steigern wird. Es gibt auch die Frage der regulatorischen Prüfung. Ein zusammengeschlossenes Stripe-PayPal würde einen massiven Anteil an der Online-Zahlungsabwicklung kontrollieren, und die Kartellbehörden in den USA und Europa würden sich dies mit ziemlicher Sicherheit genau ansehen.

Was ein Deal für die Branche bedeuten würde

Sollte die Übernahme zustande kommen, würde sie die Zahlungslandschaft neu gestalten. Stripe hat sein Geschäft auf die Bedienung von Startups und Internetunternehmen aufgebaut, während PayPal eine breitere Verbraucherbasis und eine starke Marke bei Peer-to-Peer-Transfers über Venmo hat. Die Kombination würde ein Kraftpaket schaffen, das traditionelle Banken und Kreditkartennetzwerke herausfordern könnte. Es könnte aber auch Bedenken hinsichtlich Datenkonzentration und Marktmacht aufwerfen. Kleinere Konkurrenten wie Square und Adyen stünden vor einem noch härteren Wettbewerbsumfeld.

Die Uhr tickt

Weder Stripe noch Advent haben sich öffentlich zu dem Angebot geäußert. Auch PayPal hat keine Stellungnahme abgegeben. Das Angebot gilt als unverbindlich, was bedeutet, dass PayPal noch aussteigen oder von einem anderen Käufer einen höheren Preis verlangen könnte. Aber da es nur wenige offensichtliche Käufer dieser Größenordnung gibt, steht der Vorstand von PayPal unter Druck, zu entscheiden, ob er seine Bücher öffnet und verhandelt – oder riskiert, dass die Aktie fällt, wenn das Angebot zurückgezogen wird.