Das US-Finanzministerium verhängte am Donnerstag Sanktionen gegen HormuzSafe, eine iranische Schifffahrtsfirma, weil sie Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte zur Umgehung von Sanktionen nutzte. Das Ministerium erklärte, das Unternehmen habe Krypto akzeptiert, um Beschränkungen zu umgehen und Einnahmen für die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) des Iran zu generieren. Dieser Schritt ist der jüngste in einer Reihe von Maßnahmen des Finanzministeriums, die auf die Nutzung digitaler Vermögenswerte durch sanktionierte Einrichtungen abzielen.
HormuzSafes Krypto-Pipeline
Laut Finanzministerium akzeptierte HormuzSafe Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte als Zahlungsmittel, um internationale Finanzbeschränkungen zu umgehen. Das Unternehmen ist im iranischen Schifffahrtssektor tätig, einer Schlüsselindustrie für die Öl- und Handelsströme des Landes. Durch die Annahme von Krypto konnte HormuzSafe Geld außerhalb des traditionellen Bankensystems bewegen – eines Systems, das aufgrund der US-Sanktionen weitgehend vom Iran abgeschnitten ist.
Das Finanzministerium gab nicht bekannt, welche Kryptowährungen neben Bitcoin betroffen waren oder ob das Unternehmen Börsen, Peer-to-Peer-Plattformen oder direkte Wallet-Transfers nutzte. Die Einstufung macht jedoch deutlich, dass jede US-Person oder Einrichtung, die Geschäfte mit HormuzSafe tätigt, nun mit Strafen rechnen muss.
Warum die IRGC-Verbindung wichtig ist
Die IRGC wird von den USA als ausländische Terrororganisation eingestuft. Jede Einnahmequelle, die die IRGC erreicht, ist ein vorrangiges Ziel für das Finanzministerium. Die Rolle von HormuzSafe bei der Generierung von Einnahmen für die IRGC – selbst indirekt – löste die Sanktionen aus. Die Erklärung des Finanzministeriums stellte einen expliziten Zusammenhang zwischen der Krypto-Akzeptanz des Unternehmens und der Finanzierung der Aktivitäten der IRGC her.
Dies ist nicht das erste Mal, dass das Finanzministerium gegen Krypto vorgeht, das von iranischen Einrichtungen genutzt wird. In den vergangenen Jahren verhängte es Sanktionen gegen Einzelpersonen und Börsen, die dem Iran halfen, digitale Vermögenswerte zu verschieben. Aber gezielt eine Schifffahrtsfirma für die Annahme von Krypto zu sanktionieren, ist ein neuerer Ansatz – er zeigt, dass das Finanzministerium beobachtet, wie sich die Sanktionsumgehung branchenübergreifend entwickelt.
Was die Sanktionen tatsächlich bewirken
Die Sanktionen frieren alle US-Vermögenswerte von HormuzSafe ein. US-Personen ist es untersagt, mit der Firma Geschäfte zu tätigen. Dazu gehört die Bereitstellung von Dienstleistungen, Technologie oder Unterstützung. Das Finanzministerium stufte auch mehrere Personen im Zusammenhang mit dem Unternehmen ein, deren Namen in der ersten Ankündigung jedoch nicht veröffentlicht wurden.
Die praktische Auswirkung: Jede Börse oder jeder Wallet-Dienst, der eine mit HormuzSafe verbundene Transaktion identifiziert, muss diese blockieren oder riskiert eigene Sanktionen. Für Krypto-Unternehmen mit Compliance-Teams bedeutet dies, Screening-Listen zu aktualisieren und auf vergangene oder laufende Transaktionen mit der sanktionierten Einrichtung zu prüfen.
Das breitere Playbook zur Sanktionsumgehung
Der Iran hat seit langem kreative Methoden angewandt, um Sanktionen zu umgehen – Briefkastenfirmen, Schiffe unter Billigflaggen, Tauschgeschäfte. Krypto fügt eine neue Ebene hinzu. Da Bitcoin-Transaktionen pseudonym sind und Grenzen sofort überqueren können, sind sie attraktiv für Einrichtungen, die Geldflüsse verbergen wollen. Das Finanzministerium hat diese Herausforderung anerkannt und baut seine Durchsetzungsfähigkeiten im Bereich digitaler Vermögenswerte aus.
Die Aktion vom Donnerstag ist ein Signal, dass die USA nicht nur Börsen, sondern auch Endnutzer im Blick haben – Unternehmen, die Krypto als Umgehungsweg akzeptieren. Das Finanzministerium gab keine Details zu spezifischen Krypto-Wallets oder Börsen im Zusammenhang mit HormuzSafe bekannt, sodass die Frage offen bleibt, wie tief die Untersuchung reicht.




