Zehn frisch erstellte Wallets haben innerhalb von zwölf Stunden 100 Millionen LAB-Token von der Börse Bitget abgezogen – ein Bestand im Wert von rund 480 Millionen US-Dollar, der fast ein Drittel der gesamten Umlaufmenge des Tokens ausmacht. Der am Dienstag vom On-Chain-Tracker Lookonchain gemeldete Vorgang liefert konkrete Beweise für eine laufende Manipulationsermittlung, die mit dem pseudonymen Detektiv ZachXBT in Verbindung steht.
Der Abzug
Die Wallets waren brandneu – jedes eigens für diese Operation erstellt. Zusammen leerten sie 100 Millionen LAB-Token von Bitget, eine Überweisung, die 32 % aller im Umlauf befindlichen LAB-Token entspricht. Zum aktuellen Kurs sind das rund 480 Millionen US-Dollar, die innerhalb eines halben Tages die Börse verlassen haben.
Warum so viele neue Wallets? Die Verteilung des Abzugs auf mehrere Adressen kann es erschweren, den Geldfluss zu verfolgen, obwohl On-Chain-Analysten das Muster schnell erkannten. Lookonchain veröffentlichte die Warnung am Dienstag und gab die Wallet-Adressen sowie den Zeitpunkt bekannt.
Einem 1.000-prozentigen Kursanstieg vorausgegangen
Der massive Abzug geschah nicht im luftleeren Raum. Er erfolgte unmittelbar nach einer Kursexplosion des LAB-Tokens – einem Anstieg um 1.000 %, der den Marktwert des Tokens in die Milliarden trieb. Eine solche parabelförmige Bewegung zieht oft die Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden und On-Chain-Detektiven auf sich. Die Kombination aus einem plötzlichen Preissprung gefolgt von einem schnellen, massiven Abzug von einer Börse ist ein klassisches Warnsignal für Marktmanipulation.
Bitget, die Börse, auf der die Token gehalten wurden, hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Die Rolle der Börse in der Abfolge – ob sie die Abzüge gemeldet oder mit den Ermittlern zusammengearbeitet hat – bleibt unklar.
Die laufende Untersuchung
ZachXBT, ein unabhängiger Blockchain-Ermittler, der für die Verfolgung gestohlener Gelder und Betrugsoperationen bekannt ist, steht mit der Untersuchung in Verbindung. Die Art der Ermittlung wurde nicht vollständig offengelegt, aber die On-Chain-Beweise sind nun Teil eines aktiven Falls. Möglicherweise sind Regulierungsbehörden oder Strafverfolgungsbehörden involviert, obwohl keine offizielle Stellungnahme veröffentlicht wurde.
Die entscheidende Frage: Wer kontrollierte diese zehn Wallets? Die Wallets wurden kurz vor den Abzügen erstellt, was bedeutet, dass jemand – oder eine Gruppe – sie speziell für diese Operation eingerichtet hat. Wenn Ermittler diese Adressen mit einer Person oder Organisation in Verbindung bringen können, könnte das den Fall aufklären.
Vorerst beobachtet der LAB-Token-Markt die Lage genau. Die 100 Millionen Token, die Bitget verlassen haben, könnten erneut bewegt, verkauft oder zur weiteren Verzerrung der Preise genutzt werden. Die Untersuchung läuft noch, und es wurden keine Anklagen erhoben.




