Arthur Hayes, Mitbegründer von BitMEX, kritisierte den Coinbase-CEO Brian Armstrong in diesem Monat öffentlich und warf ihm vor, die Interessen der Aktionäre über die der Krypto-Community zu stellen. Die Kritik äußerte er während eines Auftritts im Podcast „Wolf Of All Streets“, in dem Hayes außerdem Präsident Donald Trump dazu aufforderte, den vorgeschlagenen CLARITY Act zu vetoieren. Die Äußerungen verdeutlichen eine zunehmende Kluft zwischen großen Krypto-Unternehmen und gewöhnlichen Nutzern, während der Gesetzentwurf durch den Kongress verhandelt wird.
Was Hayes im Podcast sagte
Hayes machte keine Umschweife. Er argumentierte, dass Armstrong im besten Interesse der Coinbase-Aktionäre handle, nicht im Interesse des gesamten Krypto-Ökosystems. Die Diskrepanz, so Hayes, spiegele ein tieferliegendes Problem wider: Große Krypto-Unternehmen entfernten sich zunehmend von den Prinzipien, die den Sektor geprägt hätten.
Er verwies konkret auf Banken, die in die Krypto-Branche einsteigen. Hayes erklärte, dass dies geschehe, weil Kunden Schutz vor Inflation und dem Verfall von Fiat-Währungen suchten – nicht weil sie an die zentralen Ideen der Kryptowährungen glaubten. „Wenn Bitcoin und Kryptowährungen Regulierung brauchen, um zu überleben, sind sie es nicht wert …“, sagte Hayes, bevor er abbrach. Die Botschaft war klar: Regulierung habe Krypto nicht am Leben erhalten, und sie als Rettungsanker zu sehen, sei ein Fehler.
Warum Hayes ein Veto will
Hayes machte seine Position in einem Interview am 13. Mai deutlich: Er hoffe, dass Trump den CLARITY Act vetoiert. Regulierung würde Bitcoin seiner Ansicht nach zu einem weiteren Produkt, das von traditionellen Finanzinstituten verwaltet wird. Dies nehme ihm das aus, was ihn einzigartig mache.
„Bitcoin in ein Produkt traditioneller Finanzinstitute zu verwandeln, beraubt es seiner differenzierenden Eigenschaften“, warnte Hayes. Eine klare Position von jemandem, der eine der frühesten Derivate-Börsen im Krypto-Bereich mitbegründet hat. Er betrachtet den Gesetzentwurf nicht als Weg zur Legitimität, sondern als Aushöhlung dezentraler Systeme.
Die Spaltung in der Branche
Die Debatte um den CLARITY Act offenbart eine echte Spaltung. Auf der einen Seite argumentieren Befürworter, dass klare Regeln Glaubwürdigkeit schaffen und institutionelles Kapital anziehen. Auf der anderen Seite sehen Gegner wie Hayes darin einen Verrat am ursprünglichen Versprechen der Kryptowährungen.
Niemand weicht bisher von seiner Position ab. Der Gesetzentwurf durchläuft weiterhin den legislativen Prozess, und bislang wurde kein Veto ausgesprochen. Hayes’ öffentliche Kritik an Armstrong ist nur das jüngste Zeichen dafür, dass der Kampf um die Regulierung noch lange nicht entschieden ist.




