Bank of England-Gouverneur Andrew Bailey warnte, dass US-basierte Stablecoins das UK während einer Finanzkrise destabilisieren könnten. Er betonte, dass dieses Risiko die dringende Notwendigkeit globaler regulatorischer Koordination unterstreiche, um grenzüberschreitende Finanzinstabilität zu verhindern.
Das grenzüberschreitende Risiko durch US-Stablecoins
Baileys Warnung richtet sich gegen eine spezifische Verwundbarkeit. An den US-Dollar gebundene Stablecoins werden häufig für Handel und Zahlungen genutzt, ihre Emittenten operieren jedoch überwiegend außerhalb britischer Rechtsprechung. In einer Krise könnte ein Run auf einen großen US-Stablecoin auf die Märkte des UK übergreifen und Liquidität sowie Vertrauen stören.
„Das Potenzial von US-Stablecoins, das UK in einer Krise zu destabilisieren, ist real“, erklärte Bailey. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Regulierungsbehörden weltweit eilig an Regeln für den rasant wachsenden Sektor arbeiten. Ohne koordinierte Aufsicht, so argumentierte er, könne ein Schock in einer Rechtsordnung rasch auf andere übergehen.
Baileys Forderung nach koordinierten Regeln
Der Gouverneur nannte kein spezifisches Stablecoin-Projekt namentlich, sondern betonte die systemische Natur der Bedrohung. „Wir benötigen globale regulatorische Koordination, um diese Risiken abzumildern“, sagte Bailey. Er verwies auf die laufende Zusammenarbeit der Bank of England mit internationalen Gremien wie dem Financial Stability Board und dem Basel Committee.
Die eigene Stablecoin-Regulierung Großbritanniens nimmt noch Gestalt an. Das Schatzamt schlägt vor, fiat-backierte Stablecoins in den Zuständigkeitsbereich der Financial Conduct Authority zu überführen. Baileys Kommentare deuten jedoch darauf hin, dass einseitige Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen. Ein in den USA regulierter, aber im UK unregulierter Stablecoin könne weiterhin Probleme verursachen, implizierte er.
Was als Nächstes kommt
Die Bank of England hat noch keinen konkreten Zeitplan für neue Regeln festgelegt. Baileys Warnung wird voraussichtlich in den bevorstehenden Diskussionen unter G20-Finanzministern und Zentralbankern thematisiert. Die entscheidende Frage ist nun, ob globale Koordination mit der Geschwindigkeit des Kryptomarktes mithalten kann. Ohne sie bleibt das UK Risiken ausgesetzt, die es nicht vollständig kontrollieren kann.




