Ein Paar US-Gesetzgeber haben am Donnerstag einen Gesetzesentwurf zur Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve eingebracht, der die Regierung auffordert, 1 Million Bitcoin für mindestens zwei Jahrzehnte zu erwerben und zu halten. Der Abgeordnete Nick Begich (R-AK) und die Abgeordnete Jared Golden (D-ME) reichten den American Reserve Modernization Act of 2026 (ARMA) ein, was ihn zu einem der aggressivsten bundesstaatlichen Krypto-Vorschläge bis dato macht.
Was der Gesetzesentwurf vorsieht
Der ARMA-Gesetzesentwurf würde das Finanzministerium anweisen, eine Reserve von 1 Million Bitcoin aufzubauen und diese für mindestens 20 Jahre zu halten. Das entspricht etwa 4,8 % der gesamten jemals existierenden Bitcoin. Der Gesetzesentwurf legt nicht fest, wie die Regierung die Coins erwerben würde – durch Marktkäufe, Beschlagnahmungen oder Übertragungen von anderen Behörden –, aber die lange Haltefrist signalisiert, dass der Kongress Bitcoin als strategischen Vermögenswert und nicht als Handelsposition betrachtet.
Ein seltener überparteilicher Vorstoß
Begich und Golden vertreten entgegengesetzte Enden des politischen Spektrums, haben sich aber beide deutlich zu digitalen Vermögenswerten als Frage der nationalen Sicherheit und Wirtschaft geäußert. Der Gesetzesentwurf ist eine überparteiliche Initiative mit Unterstützung sowohl von republikanischen als auch demokratischen Abgeordneten. Diese Art von parteiübergreifender Übereinstimmung ist in einem Wahljahr ungewöhnlich, insbesondere bei Krypto-Gesetzgebung, die oft entlang ideologischer Linien gespalten ist.
Warum jetzt
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die USA haben beobachtet, wie andere Nationen – etwa El Salvador – Bitcoin-Reserven aufbauen, und China hat durch Vollstreckungsmaßnahmen digitale Vermögenswerte gehortet. Der ARMA-Gesetzesentwurf positioniert die USA zum Wettbewerb, indem er Bitcoin als Absicherung gegen Dollarvolatilität und als Instrument zur langfristigen Diversifizierung der Staatskasse darstellt. Ob er in einem gespaltenen Kongress an Fahrt gewinnt, ist die offene Frage.
Was als Nächstes passiert
Der Gesetzesentwurf geht an den Ausschuss. Es wurde noch kein Termin für die Ausschussberatung festgelegt. Beide Sponsoren müssen Unterstützung von der Führung gewinnen und Haushaltsfalken davon überzeugen, dass eine 1-Million-Bitcoin-Wette eine solide Politik ist. Die 20-jährige Haltefrist ist ein starkes Signal der Absicht, wirft aber auch Fragen zur Verwahrung, Bewertung und Ausstiegsstrategie auf – die der Gesetzesentwurf bislang nicht beantwortet.




